Die Welt
Caeldum ist ein schwebender Ort, der in die Wolken gehoben wurde, um die Menschen zu beschützen. Eine Gemeinschaft der größten Magier hat diesen mächtigen Zauber bewirkt und hält ihn seit Jahrhunderten aufrecht – so sagen es zumindest die Legenden. Neben gewöhnlichen Wohnhäusern und Geschäften befindet sich in Caeldum die Akademie für arkane Künste, an welcher ausgewählte Personen in den verschiedensten Handwerken zu arkanen Meistern ausgebildet werden.
Erster Abschnitt
Das Rauschen des Windes und das strahlend helle Sonnenlicht weckten sie. Verschlafen blinzelte das Mädchen in den neuen Morgen und rieb sich die Augen. Noch müde wanderte ihr Blick über die Einrichtung ihres Zimmers. Sie gähnte und reckte sich, erst dann schlug sie die lilafarbene Bettdecke zur Seite und schwang die Beine über den Rand. Ihre feuerroten Haare glühten im Licht und umrahmten ihr Haupt wie ein Heiligenschein.
Die Story
Arina ist anders als die Anderen in Caeldum. Sie hat keine Eltern, sieht anders aus und wird als Hexe verschrien. Tagsüber verlässt sie ihre Wohnung nur, wenn es nicht anders möglich ist. Niemand kann sie leiden und jeder wünscht sich, sie würde nicht in Caeldum leben. Nicht wenige wünschen ihr sogar den Tod. Nur in der Dunkelheit der Nacht kommen die Dorfbewohner heimlich zu ihr, um Tränke zu kaufen.
Arinas einzige Hoffnung auf Normalität ist, an der Akademie für arkane Künste aufgenommen und anschließend endlich von den anderen akzeptiert zu werden. Einmal wurde sie bereits abgelehnt. Doch nun bekommt sie die Chance, es ein zweites und letztes Mal zu versuchen. Wenn ihr ein beinahe unmöglicher Zauber gelingen sollte, wird ihr der Zutritt zur Akademie gewährt und ihr sehnlichster Wunsch würde endlich in Erfüllung gehen. Doch das Erschaffen einer eigenen magischen Quelle lernen die Schüler der Akademie für gewöhnlich erst im dritten Ausbildungsjahr. Es handelt sich also um alles andere als eine leichte Aufgabe.
Mit einem neuen Kessel, der unerwartete Geheimnisse in sich birgt, und voller Elan führt sie den Zauber durch, der sie an die Akademie bringen und ihr Leben verändern soll. Und das tut er auch. Nur nicht so, wie Arina es sich erhofft hatte. Die Beschwörung ihrer Quelle endet in einem Desaster. Anstatt einer kleinen süßen Fee oder einem freundlichen Irrlicht beschwört sie einen Dämon, der von nun an an sie gebunden ist. Und als wäre das nicht schon genug, handelt es sich auch noch um einen Incubus, einen Dämon der Verführung.
Die einzige Möglichkeit ihn wieder loszuwerden liegt tief in den Mauern der Akademie versteckt. Doch schon bald ist der Incubus nicht mehr ihr größtes Problem. Dämonen verfolgen sie und die Akademie scheint so ganz und gar nicht das zu sein, was Arina sich von ihr erhoffte. Ihre Welt beginnt zu bröckeln und sie muss einsehen, dass nichts so ist, wie sie bisher geglaubt hatte.
Auszug
Er rückte noch etwas näher, so dass sie die Wärme seines Körpers spürte. Augenblicklich begann sie, zu schwitzen. “Wieso willst du keine Hexe sein?”, fragte er leise. Er starrte definitiv auf ihre Lippen. Panik wallte in ihr auf. “Ich will keine Hexe sein, weil die Menschen denken, dass es etwas Schlimmes ist!” Sie rückte etwas nach hinten, um Abstand zwischen sich und ihre Quelle zu bringen. Er rückte nach. “Aber wieso?”, bohrte er nach. Seine Augen hielten ihren Blick gefangen und sie konnte sich nicht davon lösen, wie sehr sie es auch versuchte. “Ich bin eine Heilerin”, beteuerte sie.
“Und eine Hexe kann nicht das Gleiche sein?”, hakte er nach. “Es ist doch nur ein Name”, fügte er hinzu. “Lass sie dich nennen, wie sie wollen. Du bist, was immer du sein willst.”
Hier haben sich Arina und ihre Quelle Rheon bereits damit abgefunden, dass sie vorerst nichts gegen das Band, das sie verbindet, tun können. Diese Szene verdeutlicht das spielerische Hin und Her zwischen den beiden und sie zeigt außerdem sehr schön, dass Rheon, obwohl er ein Dämon ist, trotzdem liebenswert ist.
Erzählperspektive
Der Leser erlebt die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive, aber dennoch fast ausschließlich aus Arinas Sicht. Im späteren Verlauf werden dem Leser einige Szenen offenbart, die außerhalb von Arinas Horizont liegen. Dies steigert die Spannung ungemein, da der Leser weiß, dass Arina Gefahren drohen, von denen sie selbst rein gar nichts ahnt.
Fazit
Für mich war dieses Buch ein absoluter Pageturner, was nicht zuletzt am Schreibstil von Heike Oldenburg liegt, den man als malerisch, fließend und mitreißend bezeichnen kann. Auch die Charaktere sind ihr sehr gut gelungen. Arina ist eine ganz Süße, die man sofort ins Herz schließt und der Incubus ist trotz seines verführerischen und rebellischen Dämonennaturells äußerst sympathisch und liebenswert. Die Geheimnisse, die der Kessel in sich verbirgt, haben mich ganz besonders überrascht und amüsiert!
Doch nicht nur der Schreibstil und die Charaktere haben mich überzeugt, auch die Handlung hat es geschafft, mich zu packen. Schafft Arina es an die Akademie und bekommt sie dadurch das bessere Leben, das man ihr so sehr wünscht? Wie wird sich die Beziehung zwischen Arina und dem Dämon Rheon entwickeln? Knistern tut es auf jeden Fall ?! Und was hat es bloß mit diesem Kessel auf sich?
Zum Ende hin nimmt die Geschichte schließlich eine unerwartete Wendung und Arina werden Dinge offenbart, mit denen weder sie, noch der Leser gerechnet hätte.
Ich warte ganz gespannt auf den zweiten Band und freue mich schon riesig darauf endlich weiter lesen zu können! ❤
Die Rezension hat euch neugierig gemacht? Dann holt euch gleich hier das Buch! 🙂
