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Jill Noll Autorin: #17 Welches Genre schreibe ich? (Bild-Quelle: Pixabay)

#17 Welches Genre schreibe ich?

In meinem letzten Beitrag hab ich euch erzählt, dass mich regelmäßig Selbstzweifel während des Schreibens ergriffen haben. Doch trotz aller Zweifel ist mein Debutroman „Zwischenwelt“ so gut wie fertig. Allerdings muss ich mich mit ein paar Kleinigkeiten noch auseinandersetzen, bevor es wirklich fertig ist. Unter anderem mit der Frage, in welches Genre „Zwischenwelt“ nun eigentlich einzuordnen ist. Diese Frage versuche ich nun endgültig in diesem Beitrag zu klären.

 

Zu wissen, welches Genre ihr schreibt, hat einige Vorteile. Denn gerade mit diesem Wissen könnt ihr besser in der Genre-spezifischen Linie bleiben. Aber spätestens dann, wenn es zur Veröffentlichung kommt, solltet ihr wissen, was ihr da eigentlich fabriziert habt ?

Das ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen solltet ihr euer Buch in den passenden Kategorien der Online-Shops listen lassen. Nur so wird es auch von den Lesern gefunden, die Interesse an dem entsprechenden Genre haben. Und nur die Leser, die das Genre eures Buchs mögen, kaufen es am Ende.

Zum anderen kann es böse nach hinten losgehen, wenn euer Buch in einer nicht passenden Kategorie gelistet ist. Stellt euch doch einmal selbst vor, ihr kauft ein Buch in der Kategorie Romantik und findet letztendlich ein blutiges Horrorgemetzel vor. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ihr euch dann über den Kauf und den Autoren ärgert. Und so würde es auch den Käufern eurer Bücher gehen. Am Ende wären eure Leser verärgert, sie würden schlecht über euer Buch und eure „Verkaufsstrategie“ sprechen – euer Name würde in den Schmutz gezogen und vermutlich kassiert ihr auch noch schlechte Bewertungen. Und all das wollt ihr auf gar keinen Fall!

 

TIPP: Macht euch unbedingt klar, in welches Genre euer Buch gehört. Nur so könnt ihr euer Buch auch wirklich an die richtigen Leser bringen.

 

Mein Buch „Zwischenwelt“ habe ich zu Beginn immer als eine Mischung aus Fantasy, Mystery, Thriller, Horror und Romantik beschrieben. Doch nach und nach wurde mir klar, dass ich mich für eine Richtung entscheiden musste, um meine zukünftigen Leser nicht zu verwirren. Und auch, wenn mein Buch sicher Elemente aus all diesen Genres enthält, war mir sofort klar, dass das Fantasy-Genre in jedem Fall überwiegt. Doch damit war ich mit dem Thema noch nicht durch. Denn gerade das Fantasy-Genre gliedert sich in (scheinbar) unendlich viele Sub-Genres.

Nun möchte ich euch einige Genres vorstellen, die möglicherweise für mein Buch in Frage kommen, und erklären, wieso ich „Zwischenwelt“ (zum Teil) in diesen Genres sehe. Hier werdet ihr also auch gleich ein wenig etwas über mein Buch erfahren. (Achtung: kann kleinere Spoiler enthalten)

Thriller:
Generell versuchen die Protagonisten in diesem Genre zu verhindern, dass etwas schlimmes geschieht. Sie wissen, dass es demnächst passieren wird, und kämpfen gegen die Zeit, um es doch noch zu verhindern. Der Konflikt ist also, so schnell wie möglich zu verhindern, dass etwas geschieht.
In meinem Buch beginnt der Konflikt allerdings erst damit, dass die Welt ins Chaos gestürzt wird. Im Anschluss daran versucht mein Protagonist Suko ebenfalls so schnell wie möglich wieder rückgängig zu machen, was geschehen ist und muss sich dabei durch eine gefährliche Welt kämpfen.

Mystery:
In diesem Genre beginnt die Story mit DEM Verbrechen, das den Konflikt auslöst. Ab diesem Zeitpunkt dreht sich alles darum, den Verantwortlichen ausfindig zu machen, und die gesamte Story läuft auf den einen großen Kampf am Ende hinaus. Da ES schon passiert ist, müssen die Protagonisten nicht mehr gegen die Zeit ankämpfen, wie es in einem Thriller der Fall wäre.
Diese Beschreibung trifft gut auf mein Buch zu. Der Angriff, der alles verändert, die Welt ins Chaos stürzt und eine Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellt, ereignet sich früh in meiner Geschichte. Anschließend steht mein Protagonist Suko vor der fast unlösbaren Aufgabe, sich durch eine gefährliche Welt zu kämpfen, um denjenigen zu finden, der das Chaos verursacht hat.

Mystery-Suspense:
Dieses Genre folgt den Regeln des Mystery-Genres, beinhaltet zudem allerdings ein weiteres Element. Nämlich die tickende Uhr des Thrillers. Auch hier ereignet sich das Verbrechen zu beginn der Story, doch es ist trotzdem nötig, so schnell wie möglich zu handeln.
In meinem Buch äußert sich das so, dass Suko die Menschen so schnell wie möglich aus dem Unheil befreien will, in dem sie gefangen sind. Denn je länger sie in der Situation feststecken, um so schlimmere Auswirkungen hat das auf jeden Einzelnen.

Dark-Fantasy (Horror):
Hierbei handelt es sich um ein Fantasy-Setting (egal ob High-, Low- oder andere Fantasy-Subgenres), das mit Horrorelementen gespickt ist. Es geht düster und unheimlich zu, und oft spielt auch Erotik eine gewisse Rolle.
Hier könnte ich meinen Roman „Zwischenwelt“ ebenfalls einordnen. Denn in meiner Welt gibt es so etwas wie Zombies die einige Szenen spannend und düster machen (ABER: es sind keine Zombies – hinter ihnen steckt viel mehr, als der untote Menschenfresser). Auch Erotik habe ich immer mal wieder eingebaut. Doch der Hauptfokus liegt weder auf dem Horror, noch auf der Erotik. Der Hauptfokus liegt darin, die Antagonistin zu finden, um rückgängig zu machen, was sie furchtbares mit der Welt angestellt hat.

Romantasy:
Der Begriff setzt sich zusammen aus Romantic und Fantasy. Dementsprechend vereint dieses Genre auch die Elemente dieser beiden. Die Welt eines Romantasy Romans beinhaltet fantastische Elemente, die Liebesbeziehung der Charaktere steht jedoch klar im Vordergrund.
Mein Buch „Zwischenwelt“ kratzt extrem an der Grenze zu diesem Genre. Denn die Liebesbeziehung zwischen meinem Protagonisten Suko, und der Protagonistin Katy, spielt den gesamten Roman hindurch eine große Rolle. Der Hauptkonflikt meiner Geschichte liegt aber noch immer darin, „das Böse“ zu besiegen und die Welt wieder zu dem zu machen, was sie einst war.

Contemporary:
In diesem Genre wird die reale Welt von phantastischen Elementen durchbrochen. Unsere Gegenwart wird also kombiniert mit Fabelwesen, Mythen, übernatürlichen Kräften oder anderen Elementen der Fantasy.
Das trifft auf mein Buch zu. Denn mein Buch spielt in der Gegenwart der realen Welt. Doch einige Menschen haben die Fähigkeit entwickelt die Energien dieser Welt zu beeinflussen. Und genau diese Fähigkeiten nutzt meine Antagonistin. Sie ist geradezu besessen von dem Gedanken, ein gemeinsames Leben mit dem Protagonisten Suko zu führen, der jedoch nichts für sie übrig hat. Also sieht sie keine andere Möglichkeit, als ihn zu zwingen. Sie stürzt die Welt ins Chaos und stellt Suko vor die Wahl. Denn nur, wenn er sich ihr für immer hingibt, wird sie rückgängig machen, was sie der Welt angetan hat. Doch Suko hat natürlich andere Pläne ?

Urban-Fantasy:
Dieses Genre ist ein Sub-Genre des Contemporary und passt noch besser zu meinem Buch. Denn Urban-Fantasy ist erneut die Vermischung der realen Gegenwart mit Elementen aus der Fantasy, nur, dass es in einem städtischen Umfeld spielt.
Meine Protagonisten arbeiten fast allesamt für eine große Polizeistation. Suko hat sogar eine eigene Einheit, das Sondereinsatzkommando für paranormale Phänomene (SEKP), um gegen die Menschen vorzugehen, die Energiemanipulation missbrauchen.

SciFi-Fantasy:
Science-Fiction kann, muss aber nicht, in einer räumlich entfernten und/oder in die Zukunft verlegten Welt spielen. Doch vor allem werden in diesem Genre reale wissenschaftliche und technische Möglichkeiten mit fiktiven Ideen angereichert.
Um reine Fantasy handelt es sich immer dann, wenn die phantastischen Phänomene der Welt keinen Bezug zu (natur)wissenschaftlichen Überlegungen haben.
Wenn jedoch beides vermischt wird, handelt es sich um SciFi-Fantasy.
Und auch das trifft auf mein Buch zu. Ich habe mich schwer getan, den Begriff „Magie“ in meiner Welt zu benutzen. Ich wollte Magie als möglich darstellen. Und tatsächlich gibt es Erkenntnisse der Quantenphysik, die Magie irgendwann einmal erklären könnten. Und genau das habe ich in meinem Buch verwendet. Magie ist nicht mehr Magie, denn Magie ist in meinem Buch wissenschaftlich erklärbar. Alles auf der Welt (und das ist auch in der realen Welt so) besteht aus Energie. Wenn Energie sich langsam bewegt, wird sie zu einem festen Objekt, wie Steinen, Tischen oder Büchern. Ist Energie jedoch schneller, kann sie nicht mehr als fester Gegenstand existieren. Dann wird sie zu Feuer, Dampf oder Wärme.
In meinem Buch spinne ich diesen Gedanken noch weiter. Denn noch schnellere Energien sind nicht mehr wahrnehmbar und bleiben daher vor dem Menschen verborgen. Hier kann es sich dann um alles Mögliche handeln, z.B. um Geister und andere Astralwesen.
Auch ist es in meinem Buch einigen möglich, sich den Energien zu bemächtigen. Sie verändern dabei die Energie ihrer Gedanken so, dass sie andere Energien aus der Ferne manipulieren können.
Da der Sci-Fi Anteil in meinem Buch sich dann aber doch nur auf den einen Punkt beschränkt, würde ich es definitiv nicht in diesem Genre zuordnen.

Was schließen wir daraus? Mein Buch ist (wie die meisten anderen Bücher auch) eine Verschmelzung vieler verschiedener Genres. Ich habe mich nun entschieden, es als Urban-Fantasy Roman zu bezeichnen. Möglicherweise eröffne ich jetzt auch einfach ein neues Genre: Die Urban-Romantasy ? Denn diese beiden Genres stellen am besten dar, worum es in meinem Buch geht. Auch das Genre Mystery(-Suspense) sollte ich nicht unter den Tisch fallen lassen, doch irgendwie muss ich mich ja für eines entscheiden.

In meinem nächsten Beitrag möchte ich euch von einem tollen Angebot erzählen, dass ich neulich erhalten habe. Wenn ich diesen Blog und meine Social-Media-Accounts nicht hätte, wäre es ganz sicher niemals dazu gekommen. Und es ist nicht nur eine Ehre, dieses Angebot bekommen zu haben, es ist ebenso eine Möglichkeit, meine Fähigkeit im Schreiben weiter auszubauen. ?

Wie sieht es bei euch aus? Fällt es euch leicht, oder schwer, eure Bücher in ein Genre einzuordnen? Und wie trefft ihr eine Entscheidung?

Blogpost Ende und bis bald! ✌

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4 comments

  1. Wow, dein Roman hört sich auf jeden Fall spannend an! Das Genre gehört auch zu meinem Beuteschema, also ich könnte mir gut vorstellen, dein Buch zu lesen, wenn es rauskommt 🙂

    Ich tue mir mit den Genres auch immer schwer. Es gibt ja so viele. Mein momentanes Romanprojekt handelt von einem phobischen Schriftsteller, der einem unsichtbaren Teenager dabei helfen soll, wieder sichtbar zu werden. Nach was klingt das? Urban Fantasy? Ist es wohl am ehesten …

    Ganz liebe Grüße,
    Myna

    • Jill Noll says:

      Hi Myna 🙂

      Ich würde mich riesig freuen, wenn du mein Buch lesen würdest! 🙂

      Dein Projekt klingt auch ziemlich gut! Der phobische Schriftsteller an sich ist schon gut, aber die Kombi mit dem unsichtbaren Teenager ist super! 😀 Das ist klar Fantasy … und wenn es im städtichen spielt, sieht es ganz nach Urban-Fantasy aus. Aber ist die Grundtstimmung eher düster, spannend, oder vielleicht sogar witzig?

      Ganz liebe Grüße!
      Jill

  2. Tinka says:

    Hey Jill,
    toller Artikel – endlich habe ich ihn auch gelesen. Wie schon auf Instagram geschrieben, ist es wirklich nicht so leicht, ein Genre für seine Geschichte zu finden. Ich drück mich noch ein bisschen davor und bezeichne es erstmal nur als Romantasy, bis ich komplett fertig bin und das Stück im Ganzen betrachten kann.

    Ui, bei „du hast ein Angebot bekommen“ klingelt was bei mir 😀

    Liebe Grüße,
    Tinka 🙂

    • Jill Noll says:

      Hey Tinka,

      danke 🙂
      Nein, leicht ist es leider nicht. Aber wenn man sich am Ende genauer mit dem Thema auseinandersetzt, geht es dann doch – auch, wenn man nie eine endgültige Lösung findet 😉

      Hihi, ja, da klingelt es bei dir richtig 😉

      Liebe Grüße zurück!

      Jill

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