Selbst verlegen oder einen Verlag suchen?
Jill Noll Autorin: #9 Verlag vs. Self-Publishing

#9 Verlag vs. Self-Publishing

In meinem letzten Beitrag habe ich euch erzählt, dass ich beim Schreiben manchmal das Zepter an meine Charaktere übergeben habe, aber trotzdem nicht den roten Faden aus den Augen verlor. Es ging also gut voran mit dem Buch schreiben und ich musste mir langsam Gedanken darüber machen, wie ich eigentlich meinen Fantasy Roman an den Leser bringen möchte, wie ich ihn veröffentlichen will.

 

Ende April 2015 begab es sich, dass ich mich im Wald an einem Feuer wiederfand, um in den Mai hineinzufeiern.
Schon vorab wurde mir angekündigt, dass eine Frau mitfeiern würde, die gerade ihr erstes Buch geschrieben und veröffentlicht hatte.

Sofort war mir klar, dass ich mich mit ihr unterhalten musste. Schließlich hatte sie genau das getan, was ich selbst unbedingt tun wollte. Nur wusste ich bis dahin überhaupt nicht, wie ich eigentlich mein Buch an den Mann (und an viel mehr Frauen) bringen könnte.
Diese Frau, die erste Self-Publisherin, mit der ich mich unterhalten durfte, heißt Yvonne Bauer und hat unter anderem den historischen Roman „Antoniusfeuer“ veröffentlicht.

Sie hat mir erst offenbart, dass man als Autor, der ein Buch veröffentlichen möchte, keinen Verlag mehr benötigt.

Sie war die erst, die mir vom Self-Publishing erzählt hat.

 

INFO: Self-Publisher (oder auch Indie-Autoren) sind Autoren, die ihre Bücher ohne einen Verlag veröffentlichen.

 

In diesem Beitrag möchte ich euch einmal aufzeigen, wo ich  jeweils die Vor- und Nachteile beim Veröffentlichen durch einen Verlag oder durchs Self-Publishing sehe.

 

Verlag vs. Self-Publishing

Ding, ding, ding, ding – möge der Kampf beginnen!

Runde 1: Veröffentlichung

Großer Verlag
Einen Verlag zu suchen und auch zu finden, ist so ähnlich, wie sich um einen Job zu bewerben, nur schlimmer ?

Wenn ihr nicht schon irgendetwas veröffentlicht habt, oder auf irgendeine andere Art und Weise bekannt seid, könnt ihr es eigentlich vergessen, eine Zusage von einem der größeren Verlage zu bekommen.

Kleiner Verlag
Bei kleineren Verlagen sieht das schon etwas anders aus. Hier ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das eigene Manuskript angenommen wird. Aber bei kleineren Verlagen müsst ihr ganz besonders vorsichtig sein, da einige von ihnen unseriös arbeiten. Sobald der Verlag einen Druckkostenzuschuss von euch verlangt, solltet ihr besser die Finger davon lassen. Ein wirklich seriöser Verlag verlangt kein Geld vom Autor.

Self-Publishing
Beim Self-Publishing ist das nochmal ganz anders. Sobald ihr der Meinung seid, dass euer Buch bereit dafür ist, in die große weite Welt entlassen zu werden, könnt ihr es innerhalb kurzer Zeit veröffentlichen.

Das geht z.B. sehr leicht über Amazon oder den Distributoren Neobooks. Auf diesen Plattformen könnt ihr euer fertig geschriebenes und editiertes Dokument einfach hochladen, einen Preis festlegen, und schon kurz darauf steht euer Buch zum Verkauf bereit ?
(Ich werde noch einen Beitrag „Amazon vs. Neobooks“ schreiben, da es hier auch wieder einiges zu beleuchten gibt, was ich nicht in diesem Beitrag unterbringen kann).

Zudem schauen sich die Verlage mittlerweile selbst bei den Indie-Autoren um und es kommt sogar recht häufig vor, dass Self-Publisher Bücher so doch noch in ein Verlagsprogramm aufgenommen werden. Wenn euer Buch also gut genug ist, kommt ihr möglicherweise auch auf diesem Weg bei einem Verlag unter.

 

TIPP: Einen Verlag zu finden, der euer Buch veröffentlicht, kann lange dauern oder auch gänzlich scheitern. Beim Self-Publishing könnt ihr veröffentlichen wann ihr wollt und was ihr wollt und macht allein vielleicht dadurch Verlage auf euer Buch aufmerksam.

 

Runde 2: Format & Reichweite
Großer Verlag
Ist euer Manuskript erst einmal angenommen, habt ihr bei größeren Verlagen den riesengroßen Vorteil, dass euer Buch als Taschenbuch oder sogar als Hardcover produziert wird, und in vielen Buchhandlungen ausliegt. Außerdem wird es natürlich auch als E-Book veröffentlicht.

Kleiner Verlag
Auch kleinere Verlage werden eine Print-Version von eurem Buch produzieren, aber sehr wahrscheinlich eher im Taschenbuch-Format, und nicht als Hardcover. Leider haben kleinere Verlage zudem zu deutlich weniger Buchhandlungen Zugang, als große. Aber in einigen Buchhandlungen wird euer Buch dennoch zu finden sein und als E-Book ist es dann sicher auch zu haben.

Self-Publishing
Das eigene Buch in Buchhandlungen liegen zu sehen, ist beim Self-Publishing nur sehr schwer zu erreichen. Vielleicht könnt ihr kleinere Buchhandlungen dazu bringen, ein paar Exemplare auszulegen (hierbei müsst ihr das Buch natürlich selbst drucken lassen), aber viel mehr wird erstmal nicht drin sein.
Wenn ihr euer Buch per Self-Publishing veröffentlicht, wird es vor allem als E-Book erhältlich sein. Außerdem gibt es einen tollen Service, der sich Book on Demand (BoD – Buch auf Abruf) nennt, bei dem euer Buch geduckt wird, sobald ein Leser es als Taschenbuch in den Händen halten möchte.
Sowohl für das E-Book als auch für das BoD müsst ihr lediglich eine digitale Version eures Buches bei einem entsprechenden Anbieter (z.B. Amazon) hochladen, und kurz darauf ist es sowohl als E-Book als auch als Taschenbuch über das Internet bestellbar. Und hier liegt noch immer der Knackpunkt: Es ist über das Internet bestellbar, aber nicht im Buchhandel erhältlich.

 

TIPP: Auch ein Self-Publisher kann ziemlich unkompliziert sein Buch nicht nur als E-Book, sondern auch als Taschenbuch an den Leser bringen. Buchhandlungen erreicht ihr aber letztlich nur mit einem Verlag an eurer Seite.

 

Runde 3: Einnahmen
Großer Verlag
Ein Verlag legt den Preis für euer Buch fest, und obwohl dieser Preis im Normalfall deutlich höher liegt als der eines Self-Publisher Buchs, bekommt ein Verlags-Autor deutlich weniger Gewinn pro verkauftem Buch. Das liegt natürlich daran, dass auch der Verlag für die Arbeit, die er in das Buch steckt, bezahlt werden muss. So springen am Ende oft nicht mehr als 1 – 1,50 Euro pro Buch für den Autor heraus.
Was man hierbei allerdings nicht vergessen darf, ist, dass ein Verlags-Buch meistens in deutlich höherer Stückzahl verkauft wird, als ein Self-Publisher Buch.
Außerdem zahlen große Verlage meist ein Grundhonorar, das mit dem Autor ausgehandelt wird. Dieses ist dem Autor in jedem Fall sicher, egal wie viele Exemplare verkauft werden. Zudem liegt die Gewinnbeteiligung bei verkauften E-Books prozentual deutlich höher als bei den Printexemplaren.

Kleiner Verlag
Bei kleineren Verlagen bekommt man als Autor oft noch ein wenig mehr Geld pro verkauftem Buch, was aber vor allem daran liegt, dass auch etwas weniger Arbeit vom Verlag in das Buch gesteckt wird. Hier bekommt ihr also pro Buch eher etwas mehr Geld, aber es werden vermutlich weniger Exemplare verkauft, da auch weniger Buchhandlungen das Buch vertreiben.

Self-Pubslihing
Beim Self-Publishing dreht sich der Spieß komplett um. Ihr als Autor legt den Preis für euer Buch selbst fest, solltet jedoch daran denken, dass Self-Publisher Büchern leider noch eine geringere Akzeptanz entgegen gebracht wird, bzw., dass Leser glauben Indie-Bücher wären schlechter als Verlags-Bücher. Deshalb sind sie nicht bereit viel Geld für ein selbst verlegtes Buch auszugeben.
Doch wie viel Geld bekommt ihr nun, wenn ihr euer Buch über Self-Publishing veröffentlicht? Nehmen wir als Beispiel wieder Amazon. Ab einem Verkaufs-Preis von 2,99 Euro erhaltet ihr 70% der Einnahmen – also 2,09 Euro pro verkauftem E-Book bei einem Preis von 2,99 Euro. Das ist schon mal mehr, als ihr pro Print-Buch bei einem großen Verlag erhaltet, aber ein Grundhonorar bekommt ihr nicht.
Aber hier solltet ihr nicht vergessen, dass auch die Anzahl verkaufter Bücher vermutlich deutlich geringer ausfallen wird, als mit einem Verlag.
Natürlich könntet ihr auch 8,99 für euer E-Book nehmen. Dann erhaltet ihr ordentliche 6,26 Euro pro E-Book Gewinn. Doch kaum jemand wird für ein Self-Publisher Buch 8,99 ausgeben. Leider sind viele Leser nicht einmal bereit 2,99 Euro für ein Indie-Buch auszugeben.

 

TIPP: Ein Self-Publisher erzielt meist mehr Gewinn pro Buch, jedoch werden mit einem Verlag für gewöhnlich mehr Exemplare verkauft.

 

Runde 4: Marketing / Werbung
Großer Verlag
Große Verlage sind bekannt und die Bücher dieser Verlage liegen in Buchhandlungen aus. Schon beim Stöbern in der Buchhandlung können Leser also allein durch die Anwesenheit eures Buchs darauf aufmerksam werden. Außerdem schauen Leser gezielt in die Broschüren der Verlage um neue und interessante Bücher zu finden. Große Verlage machen Werbung für euer Buch, je nachdem, wie viel sich der Verlag von eurem Buch verspricht, macht er mehr oder weniger Werbung dafür. Aber es wird in jedem Fall Werbung gemacht, da auch der Verlag hat ein Interesse daran hat, dass sich euer Buch verkauft.

Kleiner Verlag
Bei kleineren Verlagen liegt euer Buch in deutlich weniger Buchhandlungen aus, als bei einem großen Verlag, weshalb Leser auch eher selten rein zufällig darüber stolpern. Auch suchen weniger Leser gezielt nach Büchern eines kleineren Verlags. Aber auch kleine Verlage machen Werbung für euer Buch und geben ihr Bestes, um es an die Leserschaft zu bringen.

Self-Publishing
Ein Self-Publisher muss das gesamte Marketing selbst übernehmen. Und diese Aufgabe ist nicht zu unterschätzen. Sie ist von enormer Wichtigkeit, denn wenn keiner von eurem Buch weiß, wird es auch nicht gekauft. Ihr MÜSST also Werbung für euer Buch machen, und zwar am besten schon lange, bevor es überhaupt erscheint. Hier könnt ihr euch ganz besonders gut den Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram etc. bedienen. Aber ihr solltet auch den Aufwand nicht unterschätzen.
Mir persönlich macht dieser Part des Self-Publishings sehr viel Spaß, denn er bedeutet auch, sich mit anderen über Bücher im Allgemeinen und über das eigene Projekt auszutauschen. Man lernt viele nette Leute und andere Self-Publisher kennen und erfährt einiges über den Buchmarkt. Doch es kostet mich auch viel Zeit, die ich sonst ins Schreiben investieren könnte.

 

TIPP: Verlage machen Werbung für euer Buch. Als Self-Publisher müsst ihr diese Aufgabe selbst übernehmen.

 

Runde 5: Lektorat

INFO: Ein Lektorat ist eine inhaltliche Überarbeitung des eigenen Manuskripts.

Großer Verlag
Bei einem großen Verlag wird euer Buch immer einem Lektorat unterzogen. Der Lektor nimmt sich euer Buch zur Hand und prüft es auf inhaltliche Fehler (am Anfang sind die Augen des Protagonisten grün, später blau), was natürlich eine sehr gute Sache ist. Aber der Lektor kann auch entscheiden, ob gewisse Passagen aus eurem Buch herausgestrichen werden müssen. Dabei kann es sich auch um Szenen handeln, die euch ganz besonders am Herzen liegen, die der Lektor jedoch als überflüssig empfindet, weil sie z.B. für die Gesamthandlung unwichtig sind.
Tatsächlich sollte man solche Szenen vermeiden und Lektoren haben wirklich Ahnung davon, was funktionieren könnte und was eher nicht. Dennoch liegt es dann nicht mehr in eurer Hand zu entscheiden, was im Buch steht und was nicht.

Kleiner Verlag
Kleinere Verlage bieten manchmal Lektorate an, manchmal aber auch nicht. Doch auch wenn ein kleiner Verlag euer Buch lektoriert, habt ihr hier meist noch deutlich mehr Mitspracherecht als bei einem großen Verlag. Ihr könnt immer noch mitentscheiden, was in eurem Buch steht, oder was gestrichen wird.

Self-Publishing
Ein professionelles Lektorat ist immer sinnvoll und als Self-Publisher könnt ihr hinterher selbst entscheiden, welche Szenen ihr wirklich abändern werdet und welche nicht. Aber so ein Lektorat kann gut und gerne 2000 Euro oder mehr kosten.
Wenn ihr dieses Geld nicht aufbringen könnt, oder befürchtet, das investierte Geld nicht wieder einnehmen zu können, dann solltet ihr euch selbst sehr intensiv mit der Überarbeitung eures Buchs beschäftigen. Auch das ist wieder zeitintensiv, aber ein MUSS beim Self-Publishing.
Lasst außerdem Freunde und Bekannte euer Buch lesen und fragt sie, welche Szenen sie langweilig oder überflüssig fanden, oder wo sie gern noch etwas mehr Informationen gehabt hätten.

TIPP: Verlage lektorieren euer Buch, nehmen euch aber so auch einige Freiheiten, die ein Self-Publisher hat.

 

Runde 6: Korrektorat

INFO: In einem Korrektorat wird euer Buch auf Tippfehler, Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung etc. geprüft.

Großer Verlag
Große Verlage lassen immer ein Korrektorat machen. Das ist für jeden Autor eine große Hilfe und eine Wohltat für den Leser. Denn stolpern Leser ständig über Tippfehler oder Ähnliches, könnten sie schnell genervt das Buch aus der Hand legen – für immer.

Kleiner Verlag
Auch kleine Verlage lassen im Normalfall ein Korrektorat machen, was für jedes Buch einen Mehrwert darstellt.

Self-Publishing
Als Self-Publisher tragt ihr auch hier wieder selbst die Verantwortung und müsst euch selbst darum kümmern, euer Buch möglichst fehlerfrei zu gestalten. Hierzu könnt ihr entweder ein professionelles Korrektorat durchführen lassen (was natürlich etwas kostet, aber lange nicht so viel wie ein Lektorat), selbst euren Text genauestens unter die Lupe nehmen, oder aber wieder auf Freunde und Bekannte zurückgreifen, die das Buch für euch gegenlesen und euch auf Fehler hinweisen. Dieses kostet wieder einiges an Zeit und/oder Geld, ist aber unverzichtbar!

 

TIPP: Verlage führen ein Korrektorat durch. Ein Self-Publisher muss viel eigene Zeit investieren, um sein Buch möglichst fehlerfrei zu bekommen.

 

Runde 7: Cover & Titel
Großer Verlag
Bei einem großen Verlag hat der Autor so gut wie nie ein Mitspracherecht, was die Gestaltung des Covers oder den Titel des eigenen Buchs angeht. Sicher haben die Verlage viel Erfahrung und Ahnung in diesem Bereich, nehmen dem Autor so aber einige Entscheidungen ab, die er vielleicht lieber selbst getroffen, oder wenigstens mitentschieden hätte.

Kleiner Verlag
Bei kleinen Verlagen haben Autoren oft noch die Möglichkeit auch ihre eigenen Ideen einzubringen, wenn es um die Gestaltung von Cover und Titel geht.

Self-Publishing
Auch hier seid ihr als Autor wieder für alles selbst verantwortlich und genießt alle Freiheiten. Ihr könnt euch selbst für einen Titel entscheiden (müsst aber darauf achten, nicht einen Titel zu verwenden, den es schon gibt) und euch ganz frei mit der Gestaltung eures Covers auseinandersetzen. Wenn ihr nicht gut genug mit Grafikprogrammen umgehen könnt, um eure Cover selbst zu erstellen, könnt ihr auf verschiedenen Internetseiten auch schon für wenig Geld vorgefertigte Cover kaufen, oder für etwas mehr Geld ein ganz eigenes erstellen lassen.

 

TIPP: Als Self-Publisher habt ihr bei der Gestaltung von Cover und Titel alle Freiheiten, müsst euch aber auch selbst darum kümmern.

 

Fazit
Und wer hat den Kampf nun gewonnen? Gute Frage – nächste Frage ?

Die Frage, ob großer Verlag, kleiner Verlag, oder Self-Publishing, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, da jeder Weg seine Vor- und Nachteile hat.

 

Wie ich mich entschieden habe
Ich habe mich für das Self-Publishing entschieden, weil ich das Schreiben (noch) als Hobby ansehe, dem ich neben der Arbeit nachgehe. Ich hatte keine Lust darauf, mich mit den vielen Bewerbungen, langen Wartezeiten und Absagen von Verlagen herumzuquälen. Außerdem wollte ich selbst entscheiden, was in meinem Buch steht und was nicht, oder wie das Cover aussieht, nicht zuletzt, weil auch diese Arbeiten mir großen Spaß machen.
Bauchschmerzen bereitet mir vor allem, dass mein Buch kein professionelles Korrektorat bekommen wird, aber ich hoffe, dass ich durch meine vielen Testleser die meisten Fehler entdecken werde. Auch glaube ich, dass ein Verlag den Klappentext für mein Buch deutlich knackiger formulieren könnte, als ich es bisher geschafft habe (siehe hier).
Doch auch der Zeitfaktor ist nicht zu unterschätzen. Je länger ich an meinem Buch arbeite, umso mehr merke ich, wie viel Zeit ich in die Überarbeitung, die Werbung, das Design etc. stecken muss. Und so sehr mir das alles auch Spaß macht, neben meinem Vollzeitjob ist das beinahe mehr, als ich bewältigen kann – doch ich gebe mir Mühe.
Doch gerade deswegen wäre ich auch einem Verlag nicht abgeneigt, einfach, weil mir dann einige Aufgaben abgenommen würden und ich mich wieder mehr dem Schreiben widmen könnte.

Da ich mich dennoch fürs Self-Publishing entschieden hatte, stellte sich mir sofort die nächste wichtige Frage: „Wie finde ich Leser und wie wecke ich das Interesse an meinem Buch?“ Was für Gedanken ich mir zu dieser Frage gemacht habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag.

Wofür würdet ihr euch entscheiden, bzw. wofür habt ihr euch entschieden, und wieso?

Blogpost Ende und bis bald! ✌

 

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15 comments

  1. Eine gute Aufstellung! kompliment.

    Ich möchte noch etwas ergänzen. Ich bin Autorin, die bis jetzt von Verlagen veröffentlicht wurde. In Zukunft werde ich wohl beides tun. Ganz wichtig ist das Lektorat. Wenn das Buch wirklich gut werden soll, braucht es ein Lektorat – oder extrem kritische Testleser. Für mich steht fest, dass ich bei meinen Self Publishing Projekten Geld in die Hand nehmen muss und will. Lektorat, Korrektorat und eine gute Grafik sind für mich sehr wichtig.

    Ich weiss, dass es Leser gibt, die ein fehlendes Lektorat nicht unbedingt stört. Aber ich finde, Bücher sollten Qualität haben, ob sie nun in Verlagen erscheinen, oder ob man sie selber herausgibt.

    Herzlich
    Alice

    • Jill Noll says:

      Hallo Alice!

      Vielen Dank für dein Kommentar und diesen nützlichen Hinweis!

      Du hast absolut recht! Ein Lektorat ist sehr wichtig und wenn man es sich nicht leisten kann, sollte man sich in jedem Fall große Mühe mit der Überarbeitung geben. Man sollte seinen Text wirklich kritisch begutachten und ganz ehrlich zu sich sein!

      Warum hast du dich entschieden, nun zusätzlich Self-Publishing zu machen?

      Liebe Grüße
      Jill

  2. Yvonne says:

    Hallo 🙂

    Absolut interessant. Ich finde es super, dass du hier so viele Tipps und Hilfen gibst. Es ist wirklich gut, diese Einblicke zu bekommen und auch den Prozess mitverfolgen zu können, den du bei der Entstehung deines Buches durchläufst.
    Ich bin nicht nur gespannt auf dein Buch (bei mir funktioniert die Werbung), ich bin auch wirklich interessiert, wie das in den kommenden Jahren mit diesem Self- Publishing weiter geht.
    Ich persönlich stehe natürlich als Verbraucher auf Hardbacks und tolle Cover, aber einen Klappentext lese ich persönlich nie. Bei mir entscheiden meist die optischen Beweggründe und die ersten 5 Sätze, ob ich ein Buch kaufe oder nicht.
    Jedoch würde ich niemals ein Buch eines Self-Publishers abwertend betrachten, ehrlich gesagt finde ich den Aufwand und die Mühe die in diesen Büchern stecken, noch viel lobenswerter. Ich würde genau deshalb ein solches Buch vielleicht sogar vorziehen.
    Denke mal, dass das auch der Zukunftstrend sein wird.
    Auch ich habe schon meine ersten Versuche gestartet ein Buch zu schreiben und weiß daher alle Tipps sehr zu schätzen 🙂

    Sehr guter Beitrag!

    • Jill Noll says:

      Vielen Dank für das Lob, liebe Yvonne 🙂

      Zum Glück gibt es Leute wie dich, die verstehen, dass ein Indie-Buch nicht (mehr) voll von Rechtschreibfehlern und inhaltlichen Unklarheiten ist, und dass die Autoren wirklich viel Liebe und Zeit in diese Bücher investieren 🙂

      Dennoch drehen viele potentielle Leser durch, wenn sie hören, dass sie ganze 2,99 Euro dafür ausgeben sollen. Oft sind ihnen sogar 0,99 Euro zu viel des Guten… und das, obwohl in diesen Büchern ebenfalls die Schreibarbeit selbst, Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate der Planung und Überarbeitung, Designarbeit und Werbemaßnahmen stecken. Sehr schade… aber ich denke auch, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird, und Self-Publisher immer mehr Zuspruch finden werden 🙂

      Ich lese tatsächlich immer die Klappentexte, lass mich aber auch als allererstes vom Cover leiter. Und die ersten paar Sätze finde ich ebenfalls sehr wichtig! 🙂
      Dazu kommt auch bald noch ein Beitrag 😉

      Liebe Grüße und alles Gute für deine Bücher!

      Jill

      • Yvonne says:

        Diese Einstellung zum Preis finde ich auch nicht okay. Klar ist ein eBook nicht wie ein Buch, aber der Inhalt ist absolut identisch. Finde so etwas dann doch wirklich übertrieben.
        Für viele Leute kann es wirklich nicht günstig genug sein 🙁
        Ein gedrucktes Exemplar gibt’s ja auch nicht für 5 Euro.. ?

        Also bei mir ist es noch nicht soweit. Bin noch ganz weit davon weg eventuell selbst etwas zu veröffentlichen, aber informieren kann man sich ja immer mal ;D

        Danke trotzdem.
        Aber vor allem dir weiterhin produktive Schreib-Stunden und ich werde auf jeden Fall öfter mal hier vorbeischauen, ein wirklich toller Blog 🙂

        • Jill Noll says:

          Zumal die E-Books von Verlagsbücher auch teurer sind als 2,99 Euro. Aber naja, hoffen wir mal, dass sich diese Ansichten langfristig ändern werden 😉

          Ach, auch wenn es jetzt noch weit weg erscheint, kann es trotzdem auf einmal schnell gehen! Vor gut einem Jahr hatte ich ja rein gar nichts mehr mit Schreiben am Hut, und nun ein Jahr darauf ist auf einmal beinahe mein erstes Buch fertig und dieser Blog entstanden 😀
          In welche Richtung geht denn dein Projekt?

          Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Blog ordentlich weiter helfen kann! Wir müssen und schließlich alle gegenseitig unterstützen 🙂

          • Yvonne says:

            Das stimmt, wenn man erstmal richtig damit anfängt, könnte es, hoffentlich, schnell gehen 😀
            Ich denke es wird ein Jugendbuch, mit Fantasy Touch, aber eher für junge Jugendliche 😀 denke um „anzufangen“ sind Kinder- oder Jugendbücher einfacher.. aber ich würde sehr gerne mal einen Thriller schreiben 🙂

            Dein Blog ist, was ich bisher gesehen habe, definitiv sehr hilfreich, aber alles noch Zukunftsmusik für mich 🙂

            Das stimmt.. Theoretisch muss man immer bedenken, dass alle Autoren in einem Boot sitzen 🙂
            Ich sitze momentan erstmal im „Fernstudium Boot“ xD

  3. Rike says:

    Wunderbar geschrieben. Ich wünschte ich hätte auf dem Weg zu meinem ersten Buch (ich bin auch Selfpublisher) derartige Tipps gehabt. Leider bin ich in die Korrektoratsfalle getappt, trotz hilfreicher Testleser. Die erste Auflage war was diesen Aspekt angeht wirklich schlimm und steckt man einmal mitten drin, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Inzwischen habe ich viel dazu gelernt. Es gibt aber immer noch einen Punkt der auch mir massive Bauchschmerzen verursacht … das Lektorat/Korrektorat.
    Nicht jeder hat die finanziellen Mittel dafür, das ist nun einmal so. Ich lese so oft, dass dies sehr wichtig ist und verstehe das auch. Wenn es allerdings nur darum ginge, würden wohl die Hälfte der Indie Bücher vom Markt verschwinden müssen. Ich sehe dies als eine Art Chance auch an seiner Arbeit zu wachsen. Vollkommen frei von Fehlern wird das Buch alleine durch die Hilfe von kritischen Testlesern bestimmt nicht. Aber ich habe bereits Verlagsbücher gelesen, wo ebenfalls Fehler drin steckten oder übersetzte Bücher, in denen ganze Passagen den Sinn verfehlten. Nur darüber regt sich dann irgendwie niemand auf. Passiert das einem Indie … dann wird eine ganz bestimmte Schublade geöffnet und bevor man sich versieht landet man darin.

    Lange Rede kurzer Sinn. Ich finde den Artikel sehr gelungen und auch, dass du zugibst wie es bei dir um das Korrektorat/Lektorat steht.

    mfg Rike

    • Jill Noll says:

      Vielen Dank liebe Rike! 🙂

      Ich hab auch nur nach und nach immer mehr über dieses Thema erfahren und wollte unbedingt eine Gegenüberstellung machen, damit man mal eine Übersicht zu diesem Thema hat.

      Ich sehe auch den Wald vor lauter Bäumen manchmal nicht. Neulich habe ich mein unfertiges Manuskript auf meinen Kindle geladen und schon auf den ersten Seiten sind mir Kleinigkeiten aufgefallen, die ich vorher immer wieder überlesen haben muss. Sich den Text einfach mal auf einem anderen Medium in anderer Formatierung anzusehen, kann schon gut weiter helfen. Aber ich bin mir sicher, dass man nie alles finden wird. Selbst in Verlagsbüchern findet man noch Fehler.

      Das Lektorat ist für mich auch wirklich ein heikles Thema! Ich würde sehr gern eines machen lassen, allein um daraus zu lernen und besser zu verstehen, worauf man noch achten sollte. Da ich aber nicht so viel Geld für ein Lektorat ausgeben kann, belese ich mich sehr viel im Internet. Man findet ja schon einiges an Tipps zu diesem Thema
      – was sollte man beachten, um den Leser nicht zu langweilen
      – wie baut man einen vernünftigen Spannungsbogen auf
      – wie sollten der Anfang und das Ende eines Buchs gestaltet sein
      – treiben alle Szenen und Dialoge die Handlung voran
      – und, und, und …
      Außerdem kann man als Autor auch mal versuchen, sein Buch aus der Sicht eines Lesers zu sehen.
      Ich denke, damit kommt man schon ein Stück weiter.

      Oh, und verrätst du mir, was für Bücher du geschrieben hast? 🙂

      Liebe Grüße
      Jill

      • Rike says:

        Da geht es dir wie mir. Ich habe auch wenig Geld, um ein Lektorat zu finanzieren und bin auf mich wie Testleser angewiesen. Das Medium Kindle nutze ich auch und es stimmt. Darauf sieht man Dinge, die man am PC irgendwie übersieht.

        Ich persönlich schreibe erst einmal die Geschichte so wie ich sie mir vorstelle. Erst bei den Überarbeitungen achte ich zusätzlich auf Spannung und darauf meinen eigenen Stil nicht zu vernachlässigen. Beides in Einklang zu bringen ist schwer. Immerhin soll die Geschichte ja den Leser ansprechen, nur kommt da auch noch eine andere Komponente zum tragen, der Geschmack. Ich schreibe nicht für den Geschmack anderer, obwohl ich hoffe ihn zu treffen, sondern so wie ich es mag. In erster Linie muss ich mich mit meinem Ergebnis identifizieren können, dann die anderen.

        Das hört sich nun vielleicht egoistisch an, aber so bleibe ich mir selbst treu. Außerdem scheine ich durchaus den Nerv einiger Leute getroffen zu haben, zumindest deutet das Feedback hinter den Kulissen daraufhin. Ich stehe ja auch mit einigen Lesern in Kontakt.

        Und um deine Frage abschließend zu beantworten … bisher habe ich genau ein Buch veröffentlicht, der Folgeband ist kurz vor der Vollendung … zumindest der Rohtext, weitere werden folgen. Es ist eine Buchreihe, keine Serie, die im High Fantasy Genre einer eigens geschaffenen Fantasywelt spielt.

        mfg Rike

        • Jill Noll says:

          Mir geht es bisher auch so. Man liest ja immer wieder, dass man in Erfahrung bringen soll, was deine Leser wollen etc. Aber ich denke, am besten kann man schreiben, was einem selbst am Herzen liegt. Darin geht man sicher viel mehr auf, als wenn nun einer sagt, dass man über Fliegenfischen schreiben soll, weil das gerade trendy ist…

          Also ich finde das micht egoistisch, ich denke eher, dass man so ein besseres Ergebnis erzielen kann.

          Du darfst auch gern hier Werbung für dein Buch machen und den Namen verraten 😉

          LG
          Jill

          • Rike says:

            Danke für die Erlaubnis. Ich gehöre normalhin eher zu den zurückhaltenden Autoren und klatsche den titel meines Buches nicht überall mit hin, umrahmt mit zigtausend Wegweisern. Aber da ich hier einen Fingerzeig hinterlassen darf, mache ich das auch gerne.

            „Im Schatten des Jaotar“ lautet der Titel von Band 1 der Romanreihe um Kataria, so der Weltenname. Oben habe ich den Link zu meiner Webseite vermerkt. Statt für eine Autorenseite oder einem Blog, entschied ich mich für eine Weltenseite. Zwar stelle ich dort auch mein Buch vor, aber die Seite ist mehr dafür gedacht Kataria näher zu beleuchten und eine Art Basis für interessierte Leser zu schaffen. Nicht alles läßt sich in meinen Romane erklären, sprich in die Handlung einfügen. Dafür gibt es dann erstens eine im Buch mitgelieferte Begriffserklärung und zweitens auf der Webseite weiterführende Erläuterungen zu den Haupt- und Nebencharakteren im Buch, den Völkern/Rassen, der Magie u.v.m.

            Dabei achte ich darauf nur so viel Wissen Preis zu geben, wie ich dem Folgeroman nicht vorgreife. Ein wenig Spannung muss bleiben. So passiert es halt auch, dass eine zeitlang nichts Neues dort steht, weil ich einfach mit schreiben und tüfteln beschäftigt bin. Aber wenn ich dann etwas Neues auf die Webseite stelle, dann richtig.

            mfg Rike

  4. Ina Hamburg says:

    Hallo Jill,

    ein bisschen spät für die Diskussion, aber ich wollte unbedingt noch was ergänzen.
    Das Thema Marketing war für mich auch ganz lange der größte Pluspunkt eines klassischen Verlages. Nun stehe ich ebenfalls an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden muss, wie mein Buch bald erscheinen soll. Doch meine Wahl fiel ebenfalls auf das self-publishing.

    Denn gerade die großen Verlage betreiben für einen neuen Autoren leider oft kaum bis gar kein Marketing. Wie auch? Bei der unglaublichen Anzahl an Büchern können sie leider nicht jedes ordentlich vermarkten. Sie konzentrieren sich oft auf die bereits bekannten Autoren, denn die sind es ja, die dem Verlag sichere Einnahmen generieren. Ich hab gar von Autoren gehört, die nur ein paar Exemplare ihres Buches und einen Karton Lesezeichen bekommen haben. Und jedem Autor wird geraten, sich selbst auch um das Marketing zu kümmern.

    Vielleicht mag das bei kleinen Verlagen anders aussehen und vielleicht ist die Darstellung von mir nun doch auch ein bisschen übertrieben (obwohl sie mir so zugetragen wurde). Aber am Ende des Tages möchte ich selbst schuld sein, wenn mein Buch mangels Marketing floppt und mir nicht sagen müssen, dass der Verlag mich nicht genug unterstützt. Und wenn ich mir schon die Arbeit mache, dann will ich auch gern den Großteil der Einnahmen einstreichen. 🙂

    So oder so bin ich auf jeden Fall unglaublich gespannt auf dein Buch!

    VG, Ina

    • Jill Noll says:

      Hi Ina 🙂

      Es ist nie zu spät für so etwas!
      Und ich kann dir in allen Punkten absolut zustimmen!
      Ein Autor muss schon riesiges Glück haben, so sehr von einem Verlag gepusht zu werden, dass die Leserschaft wirklich von ihm Wind bekommt!

      Da ich in Kontakt mit einigen Autoren stehe, die bei kleineren Verlagen untergekommen sind, weiß ich, dass auch hier Werbung durch den Autor unerlässlich ist.

      Also jeder Autor, egal ob Self-Publisher oder Verlagsautor bei einem großen oder kleinen Verlag sollte in jedem Fall selbst Werbung für sein Buch machen.

      Liebe Grüße
      Jill

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