Schneeflocke
Jill Noll Autorin: Die Schneeflockenmethode (Bild-Quelle: Pixabay)

#4.1 Plotten: Die Schneeflockenmethode

In meinem letzten Beitrag ging es um die verschiedenen Schreibtypen, und wie sie plotten, oder ob sie überhaupt plotten. In diesem Beitrag möchte ich euch eine Methode näher bringen die euch hilft, einen Plot zu kreieren, bzw. euer Buch zu designen und es am Ende auch zu schreiben. Sie nennt sich „Die Schneeflockenmethode“ und wurde von Randy Ingermanson entwickelt. Auf diese Methode gestoßen bin ich durch Jackys Blog, eine Website, die ich nur jedem empfehlen kann!

 

Ihr fragt euch, worum es bei der Schneeflockenmethode geht? Es geht um nichts Geringeres als darum, ein Buch zu schreiben ?.

Dieser Beitrag richtet sich vor allem an die Planer / Outliner unter euch. Aber ich bin mir sicher, dass auch diejenigen, die sich eher zu den EDLS-Typen zählen (Ihr wisst nicht, was das ist? Dann lest es schnell hier nach ?), ein paar nützliche Tipps mitnehmen können. Wenn ihr mit dieser Methode an das Schreiben eures Buchs herangeht, erspart ihr euch zwischendrin und hinterher einiges an Überarbeitung. So viel ist sicher.

Wie ich in meinem letzten Beitrag bereits erwähnte, habe ich ehrlich gesagt mit dem Schreiben von meinem Buch angefangen, ohne diese, oder irgendeine andere Methode zu kennen. Dennoch hatte ich mir zunächst einen Plan gemacht. Bevor ich mit dem Schreiben anfing, wusste ich genau, worum es in meinem Buch gehen soll und ich hatte ausreichend Zeit investiert um die Welt zu erschaffen, in der sich meine Charaktere bewegen sollten. Auch einen Plot hatte ich mir zurechtgelegt.

Und genau diese Vorgehensweise ist Teil der Schneeflockenmethode.

Die Methode, die ich euch nun vorstelle, müsst ihr nicht Schritt für Schritt befolgen. Sucht euch die Tipps und Tricks heraus, die ihr für euch als sinnvoll erachtet! Wie ich schon in Blogpost #4 gesagt habe, sollte jeder (werdende) Autor den Weg wählen, der für ihn am besten funktioniert, und sich nicht irgendeine Methode aufzwingen lassen.

Aber gut. Kommen wir endlich zur Schneeflockenmethode!

Wieso heißt die Methode eigentlich Schneeflockenmethode? Das liegt daran, dass die Vorgehensweise dieser Methode tatsächlich an eine Schneeflocke erinnert. Stellt euch eine Schneeflocke vor. Jede Schneeflocke hat ein Zentrum, von welchem kleine Verästelungen nach außen greifen. Jede dieser Verästelungen hat weitere kleine Verzweigung, die sich wiederum in andere Richtungen des Raums erstrecken. Und genau so kannst du deinen Roman planen und erschaffen. Beginne mit dem Zentrum!

 

Schritt 1
Nehmt euch eine stunde Zeit, um eine Ein-Satz-Zusammenfassung eures zukünftigen Romans zu verfassen.
Bei diesem Schritt müsst ihr euch intensiv mit der Frage beschäftigen „worum geht es in meinem Buch“. Möglicherweise werdet ihr feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, diese Frage zu beantworten. Umso wichtiger ist es, dass ihr eine Antwort findet. Denn wenn ihr von Anfang an wisst, worum es in eurem Roman wirklich geht, wird euch das Planen und Schreiben deutlich einfacher fallen.

 

TIPP: Schreibe einen Satz, der den Inhalt deines Romans wieder gibt.

 

Wie sollte dieser Satz aufgebaut sein?
• Je kürzer um so besser. Versucht, nicht mehr als 15 Wörter in diesem einen Satz unterzubringen
• Verwendet keine Charakternamen
• Schafft eine Verbindung zwischen dem großen Ganzen eurer Geschichte und der persönlichen Ebene eurer Protagonisten. Welcher Charakter hat am meisten zu verlieren und was möchte er erreichen
• Es gibt viele Bestseller mit Klappentexten, die aus nur einem Satz bestehen. Sucht nach ihnen, lest euch den Satz durch und lernt von ihnen

Als ich diesen Tipp im Internet gefunden habe, hatte ich bereits einen fertigen Plot für meinen Roman, und ich hatte auch bereits angefangen, mein Buch zu schreiben. Jetzt könnte man denken, dass es mir leicht fiel, diesen einen Satz zu finden, doch es war alles andere als das!

Doch letztendlich habe ich einen Satz gefunden. Er lautet:
„In einer Welt voller mystischer Geheimnisse wird eine unerfüllte Liebe zur Gefahr für die gesamte Menschheit.“
(16 Wörter … verdammt ?)

Ich finde den Satz noch immer nicht perfekt, doch er macht schon ganz gut klar, worum es in meinem Buch geht. Die Welt ist mystisch … es spielt sich also nicht in der „normalen“ Welt ab. Außerdem wird klar, dass Liebe eine Rolle spielt und dass es eine schlimme Bedrohung geben wird.

Dieser eine Satz ist wichtig. Es wird immer wieder Leute geben, die euch fragen „Und worum geht es in deinem Buch?“. Mit diesem einen Satz könnt ihr die Frage leicht beantworten und müsst nicht jedes Mal in endloses Gerede verfallen. Könnt ihr aber natürlich ?. Aber nicht nur bei Freunden und Bekannten ist dieser Satz wichtig.
Er ist den Elevator-Pitch, also der eine Satz, mit dem du einen Verleger von deinem Buch überzeugen musst. Er ist der Aufhänger und MUSS das Interesse wecken.

 

INFO: Der Elevator Pitch ist ein Satz oder eine kurze Zusammenfassung eures Buchs. Stellt euch vor, ihr steht zufällig mit einem Verleger in einem Fahrstuhl und habt nur so lange Zeit ihn von eurem Buch zu überzeugen, bis der Fahrstuhl an seinem Ziel angekommen ist und die Türen sich öffnen.

 

Dieser Satz ist das Zentrum eurer Schneeflocke. Er ist der Kern eurer Geschichte. Um diesen Kern herum gibt es zwar noch alle möglichen weiteren Informationen und Handlungen, die zur Geschichte beitragen, doch ohne den Kern, ohne das Zentrum kann eine Schneeflocke nicht existieren und euer Roman nicht funktionieren.

Probiert es selbst. Gern könnt ihr mir in den Kommentaren berichten, ob es euch leicht gefallen ist. Ich bin auch sehr gespannt auf eure Sätze ?.


Schritt 2
Nehmt euch eine weitere Stunde Zeit und erweitert euren Satz zu einem Absatz. Dieser Absatz sollte den Aufbau eurer Geschichte widerspiegeln und die schlimmsten Katastrophen sowie das Ende beinhalten.

 

TIPP: Beschreibt den gesamten Inhalt eures Buches in einem Absatz.

 

Wie sollte dieser Absatz aufgebaut sein?
• Der Absatz sollte aus ca. 5 Sätzen bestehen (abhängig von der Anzahl der Katastrophen, die euer Buch beinhaltet)
• Ein Satz sollte den Hintergrund und den Aufbau der Geschichte erläutern
• Zu jeder Katastrophe, die sich in eurem Buch ereignet, solltet ihr einen weiteren erläuternden Satz hinzufügen
• Der letzte Satz sollte das Ende eures Buchs beschreiben

Im Originalartikel wird gesagt, dass dieser Absatz nicht nur verdächtig nach Klappentext aussieht, sondern auch einer ist. Das sehe ich anders. Denn ich möchte nicht, dass in meinem Klappentext nicht nur alle großen Überraschungsmomente (die Katastrophen) oder gar das Ende vorweggenommen wird. Genau das ist auch der Grund dafür, weshalb ich euch meinen Absatz hier nun nicht zeigen werde ?.

Dieser Absatz ist jedoch eine perfekte Grundlage für das Exposé das ihr benötigt, wenn ihr euer Buch bei einem Verlag vorstellen möchtet.

Schreibt euch diesen Absatz für euch selbst und ihr werdet merken, dass eure Schneeflocke schon wächst und einzelne Verästelungen bildet. Jede Katastrophe stellt eine Verästelung dar, die weitere Ereignisse und weitere Abzweigungen bedingt.


Schritt 3
Nun kommen wir zu den Charakteren eures Romans. Es ist nicht nur von Vorteil deine Geschichte gut zu kennen, auch die Charaktere schon vor dem Schreiben besser kennen zu lernen wird sich später bezahlt machen. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk allerdings nicht auf dem Aussehen des Charakters, oder darauf, was er gern mag oder was er weniger gern mag, es geht um seine Rolle in der Geschichte. Wie entwickelt sich der Charakter in der Geschichte, und welchen Beitrag leistet er. Kurz: verfasst eine Storyline zu jedem Charakter.

 

TIPP: Macht euch Gedanken darüber, wieso ein Charakter in eurem Buch auftaucht, welche wichtige Rolle er spielt und wie er sich entwickelt.

 

Wie sollte die Storyline eines Charakters aussehen?
• Notiert den Namen des Charakters
• Schreibt eine Ein-Satz-Storyline jedes (wichtigen) Charakters
• Was ist die Motivation des Charakters
• Was ist das Ziel des Charakters
• Welchem Konflikt sieht er sich gegenüber
• Wie verändert sich der Charakter im Laufe der Geschichte
• Schreibt einen Absatz, der die Storyline des Charakters zusammenfasst

Während ihr euch intensive Gedanken über eure Charaktere macht, könnte sich eure Geschichte verändern. Ihr merkt eventuell, dass einige Dinge fehlen, oder das einiges nicht so funktioniert, wie ihr es geplant habt. Möglicherweise bringen euch eure Charaktere Dinge über eure Geschichte bei, dir ihr bisher einfach nur noch nicht wusstet ?.
Doch das macht nichts. Besser, diese Erkenntnis kommt euch jetzt, als irgendwann nach was-weiß-ich-wie-vielen-Seiten die ihr bereits geschrieben habt.

Wenn nötig, schreibt auch die Ein-Satz-Zusammenfassung eures Buchs um. Das ist völlig in Ordnung, bzw. sogar nötig. Bei jedem der folgenden Schritte kann nun genau das passieren. Nichts und niemand hindert euch daran dann zu einem der vorigen Schritte zurückzukehren, und Veränderungen vorzunehmen. Eure Geschichte lebt. Nutzt diese tolle Eigenschaft!


Schritt 4
Schritt 1 – 3 haben euch vermutlich schon einige Zeit gekostet, doch wahrscheinlich haben sie euch auch schon vor Problemen bewahrt, die ihr bisher nicht hattet kommen sehen.

Nun werden wir eure Schneeflocke weiter wachsen lassen. Kehrt zurück zu eurer Ein-Absatz-Zusammenfassung und nehmt euch jeden einzelnen Satz vor. Schreibe zu jedem Satz nun einen eigenen vollständigen Absatz. Jeder einzelne Absatz sollte in einer Katastrophe enden. Jede Katastrophe macht euer Buch spannender und treibt es voran. Der letzte Absatz sollte völlig dem Ende gewidmet sein und erläutern, wie das Buch abschließt.

 

TIPP: Baut jeden Satz eurer Ein-Absatz-Zusammenfassung zu einem eigenen Absatz aus.

 

Merkt ihr, dass ihr so bereits einen ziemlich guten Plot erschaffen habt? Da ist er. Der rote Faden, an dem ihr euch nun immer entlang hangeln könnt, um nicht euer eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren!

Außerdem baut ihr eure Konflikte aus, lernt eure Geschichte noch besser kennen und könnt so schon früher in der Geschichte Andeutungen einbauen, die auf eine baldige Katastrophe hinweisen.


Schritt 5
Nun kommen wir zurück zu den Charakteren. Ihr solltet wissen, wie sie die Geschichte erleben, was sie dabei fühlen und was sie verzweifeln lässt oder antreibt.

 

TIPP: Schreibt eine einseitige Zusammenfassung der Geschichte aus der Sicht jedes einzelnen Hauptcharakters.

 

Schreibt für jeden eurer Hauptcharaktere eine einseitige Zusammenfassung, welche die Geschichte aus der Sicht des jeweiligen Charakters darstellt. Wieder lernt ihr hierbei eure Charaktere und auch eure Geschichte noch besser kennen.


Schritt 6
Wieder wird eure Schneeflocke wachsen. Ihr habt nun das Grundgerüst eurer Geschichte, verschiedene Katastrophen, die sich ereignen und euch sind die Handlungsstränge der einzelnen Charaktere bekannt.

 

TIPP: Setzt euch nun mit Logik und Strategie eurer Geschichte auseinander.

 

Kehrt nun zurück zu Schritt 4. Hier habt ihr für jeden Satz eurer Ein-Absatz-Zusammenfassung einen eigenen Absatz verfasst. Nehmt euch diese Absätze nun erneut vor und erweitert jeden einzelnen von ihnen auf eine ganze Seite. Macht euch hierbei intensive Gedanken über die Logik eurer Geschichte. Vermutlich müsst ihr nun strategische Entscheidungen treffen, um die einzelnen Elemente der Geschichte logisch miteinander verknüpfen zu können.

Überarbeitet, wenn nötig, eure vorigen Schritte.


Schritt 7
Ein weiteres Mal kommen wir nun zurück zu euren Charakteren. Erweitert nun die Informationen zu euren Charakteren aus Schritt 3 und erschafft einen vollständigen Charakterbogen. Dieser soll alle Details zu dem jeweiligen Charakter enthalten, also auch Aussehen, Geschichte, oder was ihr sonst noch wissen müsst oder möchtet. Am wichtigsten ist und bleibt jedoch die Entwicklung des Charakters innerhalb eurer Geschichte.

Während ihr diesen Schritt bearbeitet, könnte es erneut dazu kommen, dass eure Charaktere spezielle Ansprüche an die Geschichte stellen. Sie verlangen von euch als Autor, die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu lenken. Hört ihnen zu und prüft, ob ihre Ansprüche der Geschichte gerecht werden. Charaktergetriebene Geschichten sind derzeit besonders beliebt, also höre deinen Charakteren zu ?.

 

TIPP: Vertieft die Informationen zu euren Charakteren und hört zu, was sie zu sagen haben!

 

Nun habt ihr alle Informationen zu eurer Geschichte, die ihr benötigt, um ein Exposé zu schreiben. Wenn ihr eure Geschichte an einen Verlag verkaufen möchtet, könnte ihr jetzt euer Exposé fertig stellen und es an die Verlage eurer Wahl schicken. Ja, schon bevor ihr mit dem eigentlichen Schreiben von eurem Buch angefangen habt.


Schritt 8
Ob ihr es glaubt, oder nicht … aber hier ist es noch nicht vorbei .. denn: Das Buch muss geschrieben werden!

Wenn euer Exposé tatsächlich auf dem Weg zu einem Verlag ist, müsst ihr nicht erst auf eine Antwort warten. Fangt einfach an.

Die Schneeflockenmethode rät an dieser Stelle dazu, dass ihr euch eure Unterlagen aus Schritt 6 zur Hand nehmt und aus diesen eine Tabelle erstellt. Geht eure Unterlagen noch einmal ganz genau durch und findet heraus, welche Szenen ihr benötigt um eure Geschichte zu strukturieren.

 

TIPP: Legt euch eine Tabelle an, die jede einzelne Szene eures Buchs enthält.

 

Für jede Szene solltet ihr in eurer Tabelle eine eigene Zeile erstellen. Nutzt pro Szene mehrere Spalten für die verschiedensten Informationen (also eine Zeile mit mehreren Spalten).

Welche Spalten wären sinnvoll?
• Aussagekräftiger Name der Szene
• Aus welcher Sicht wird diese Szene erzählt
• Was passiert in dieser Szene
• An welchem Ort spielt sich die Szene ab
• Welche Charaktere sind involviert
• … (und alles, was auch immer ihr noch für wichtig haltet)

Das tolle an so einer Tabelle ist, dass ihr einen sehr ausführlichen Plot vor euch habt und ganz einfach einzelne Szenen hin und her schieben könnt, um Abläufe neu zu ordnen, wenn es nötig sein sollte. Ihr könnt auch einfach so die Szenen ein wenig herumschieben. Vielleicht erkennt ihr, dass eine Umordnung die gesamte Geschichte noch viel effektiver und spannender macht!

Natürlich könnt ihr das auch in Word, oder z.B. direkt in einem Schreibprogramm wie Papyrus Autor machen, aber den besten Überblick hat man tatsächlich mit einer Tabelle die man z.B. mit Excel aus dem Office (kostenpflichtig) oder dem Open Office (kostenlos) Paket erstellt.


Schritt 9
Nehmt euch eure Tabelle zur Hand und fertigt eine erzählende Beschreibung eurer Geschichte an. Nehmt euch jede Zeile eurer Tabelle, also jede Szene vor, und schreibt mindestens einen, oder besser mehrere Absätze zu dieser Szene.

 

TIPP: Schreibt eine kurze Zusammenfassung jeder Szene und notiert euch schon jetzt Gimmicks, die euch zu einzelnen Szenen einfallen.

 

Notiert alles, was euch zu einer Szene einfällt. Tolle Dialoge, Gadgets … aber vor allem, notiert euch den grundlegenden Konflikt der Szene.
Denn: Jede Szene sollte einen Konflikt beinhalten. Wenn es keinen gibt, dann wird es euch hier auffallen und ihr bekommt noch einmal die Chance die Szene umzuschreiben, sie wegfallen zu lassen oder euch etwas anderes auszudenken.

Ist euch klar, was ihr vor euch liege habt, wenn ihr mit diesem Schritt fertig seid? Genau! Ihr habt einen ersten groben Entwurf eures Buchs, eine fertige Geschichte. Aufgeschrieben vom Anfang bis zum Ende!

Wenn ihr wollt, könnt ihr diesen Entwurf ausdrucken. Ihr könnt ihn auf Papier vor euch liegen sehen, ihn in den Händen halten und durchlesen und ihn per Hand überarbeiten. Dieser erste Entwurf ist eine gewaltige Motivation, nun so schnell es geht weiter zu machen. Außerdem erkennt ihr etwas sehr Wichtiges, nämlich dass die große Logik die hinter eurer Geschichte steckt, tatsächlich funktionieren wird.


Schritt 10
Jetzt ist es so weit. Setzt euch hin, und schreibt euer Buch!

 

TIPP: Schreibt euer Buch!

 

Ihr werdet merken, dass die Geschichte, dank eurer Vorbereitung, einfach so aus euch heraussprudelt. Und obwohl ihr hier bereits alles gut durchgeplant habt, ist dieser Schritt nicht nur einfach langweiliges Abarbeiten ohne jede Kreativität. Ihr könnt euch mit eurer Sprache austoben, ihr könnt witzige Dialoge, spannende Verfolgungsjagden oder romantische Momente erschaffen und ihr werdet ganz bestimmt, trotz der vielen Planung, irgendwann von irgendetwas Ungeplantem und Unerwartetem überrascht! Eure Charaktere werden euch, trotz eurer Planung vor Herausforderungen stellen. Improvisiert und lasst euch von eurer Geschichte treiben.

Das war die Schneeflockenmethode ?❄


 

Das, was ihr jetzt schreibt, ist euer erster, richtiger Entwurf. Schreibt einfach drauf los. Schaltet die Rechtschreibkorrektur aus, macht euch nicht zu viele Gedanken über jedes einzelne Wort oder einzelne Sätze. Lasst euch treiben, nutzt den Flow. Überarbeiten kann und sollte man später!

Und dann ist es so weit. Dann ist euer Buch fertig!

Bei jedem einzelnen Schritt der Schneeflockenmethode lernt ihr eure Geschichte besser kennen. Ihr macht euch intensive Gedanken darüber, was alles passieren könnte und stoßt mittendrin – das wette ich mich euch – zufällig auf neue Ideen, die ihr nun schon vorab in die Geschichte einbringen könnt, ohne hinterher alles umschreiben zu müssen.
Vermutlich werdet ihr einige Wochen benötigen und immer wieder zwischen den einzelnen Schritten hin und her springen müssen, weil ihr merkt, dass doch etwas anders ist, als zu Beginn gedacht. Doch besser, ihr schreibt vorab die einzelnen Punkte um, als wenn ihr später euer „fertiges“ Buch komplett überarbeiten müsst. Außerdem geht dann das Schreiben viel schneller, als hättet ihr einfach planlos angefangen.

Fazit: Es geht einiges an Zeit für die Planung drauf, die ihr aber durch schnelleres Schreiben und weniger Überarbeitungszeit mehr als wieder gut macht!

Denkt daran, dass all das nur ein Grundgerüst für euer Romandesign ist. Euch bleibt natürlich selbst überlassen, wie intensiv ihr die einzelnen Punkte abarbeitet, oder ob ihr sogar einzelne Punkte komplett auslasst.

Alles, was ihr hier aufschreibt, ist eine tolle Vorlage für das Exposé, welches ihr anfertigen müsst, solltet ihr euer Buch einem Verlag vorstellen und verkaufen wollen. Es lohnt sich also sogar doppelt die Schneeflockenmethode anzuwenden.

Ich habe mir meine Ein-Satz-Zusammenfassung geschrieben und mir die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Charaktere sowie ihre Motivationen, Konflikte und Ziele notiert. Das hat mir schon ziemlich weiter geholfen und ich persönlich kann diese Vorgehensweise nur jedem empfehlen! Obwohl ich alles schon gut durchgeplant hatte, hat sich meine Geschichte beim Schreiben dennoch verändert. Dieses Eigenleben einer Geschichte schließt ihr also keineswegs aus, wenn ihr die Schneeflockenmethode anwendet, aber sie hilft euch, eure Geschichte schon vorab besser zu verstehen.

Puh, das ist ein langer Beitrag. Ich hätte ihn in mehrere Beiträge unterteilen können, aber wieso sollte ich euch warten lassen. Außerdem möchte ich euch in meinem nächsten Beitrag bereits die nächste Methode (Das 7-Punkte-System von Dan Wells) näher bringen, damit ihr kurzfristig abwägen könnt, welche Methode für euch besser geeignet sein könnte.

Ich hoffe, dieser Artikel hat euch gefallen und ich hoffe, dass ihr nützliche Tipps mitnehmen konntet. Schreibt mir doch in den Kommentaren, was ihr als ganz besonders nützlich empfindet und nun unbedingt mal ausprobieren wollt. Besonders gespannt bin ich natürlich auf eure Ein-Satz-Zusammenfassungen ?

 

Blogpost Ende und bis bald! ✌

 

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2 comments

  1. Alexej says:

    Hey Jill,
    schon lange spuken immer wieder Ideen für Geschichten in meinem Kopf herum. Doch für gewöhnlich kann ich mich nicht lange genug aufraffen, diese zu Papier bzw in die Tasten zu bringen. Nachdem ich mich jetzt endlich mal durch deinen Blog gelesen habe, starte ich einfach mal einen Versuch. Getreu dem Motto: Entweder es klappt, oder es klappt zusammen.
    Als großer Fan von Kinder- und Jugendkrimis ist klar, dass dieses Genre auch bei mir die erste Wahl sein wird.
    Die Schneeflocken-Methode klingt gut und ich werde mal versuchen, mich ganz strikt daran zu halten.

    Liebe Grüße,
    Alexej

    Ps: mein erster Versuch für einen Satz lautet: „Fünf Jugendliche müssen ihre Streitigkeiten beilegen, um einer geheimnisvollen Diebesbande auf die Schliche zu kommen.“

    • Jill Noll says:

      Hey 🙂

      Oh da freu ich mich aber riesig, dass ich dich dazu animiert habe, eine Geschichte anzufangen! *grinst wie ein kleines Kind*

      Nutze die Methode nur solange sie dir gefällt! Wenn du irgendwelche Schritte auslassen oder überspringen möchtest – oder die Methode später gar nicht mehr brauchst – dann lass dich einfach treiben! 🙂 Und denk dran, der erste Entwurf deiner Geschichte kann „schlecht“ sein! Kümmer dich nicht um Tippfehler, oder Wörter, die dir gerade nicht einfallen – oder um die schönste Formulierung. Erstmal einfach nur treiben lassen 😉

      Dein Satz klingt schon mal nach einer guten Zusammenfassung! Man kann sich gut vorstellen, worum es gehen könnte 🙂

      Ich wünsch dir ganz viel Spaß beim Schreiben!

      Und du musst mich unbedingt auf dem Laufenden halten!

      Ganz liebe Grüße!
      Jill 🙂

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