Schreibplatz
Jill Noll Autorin: #15 Der richtige Platz zum Schreiben

#15 Der richtige Platz zum Schreiben

In meinem letzten Beitrag habe ich euch von den Vor- und Nachteilen einer Veröffentlichung über Amazon oder Neobooks berichtet. Für welchen Dienst ich mich entscheiden würde, war mir noch immer noch nicht ganz klar, aber zunächst musste ich sowieso mein Buch fertig schreiben. Und je länger ich schrieb, umso mehr wurde mir klar, dass auch der Platz, an dem man schreibt, mitunter gut gewählt sein sollte.

Ich saß bis hierhin meist auf dem Sofa, während nebenbei der Fernseher lief. So konnte ich ganz nahe bei meinem Schatz sein, der abends nach der Arbeit vor dem TV entspannte, und trotzdem an meinem Buch arbeiten. Doch irgendwie kam ich nicht so gut voran, wie ich es mir gewünscht hatte.

Ich merkte erst sehr spät, dass ich durch die ständigen Geräusche immer wieder abgelenkt wurde, und mich nicht richtig auf mein Buch konzentrieren konnte. Oft erwischte ich mich dabei, wie ich zu Fernseher schaute und gespannt verfolgte, was da gerade vor sich ging, bis ich mich ermahnte und mich wieder meinem Buch widmete – nur um einige Minuten später wieder auf den Fernseher zu schauen.

 

TIPP: Der richtige Ort zum Schreiben ist wichtig für den Fortschritt eurer Geschichte. Sucht nach dem für euch richtigen Platz und nutzt ihn, so oft ihr könnt!

 

Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte, wenn ich schnell vorankommen wollte – immerhin hatte mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte irgendwann vom Schreiben leben können.

Und siehe da, wir hatten tatsächlich ein Arbeitszimmer, das bis dahin allerdings mehr als Abstellkammer und Ankleidezimmer diente. Mein Schreibtisch lag verborgen unter einem Haufen von Dokumenten und anderen Dingen, die nichts auf einem Schreibtisch zu suchen hatten.

Aber dann legte ich los und von einem Tag auf den anderen, räumte ich meinen Schreibtisch, die daneben liegenden Regale und den Rest des Zimmers auf, sortierte alles und schaffte mir Platz. Und meinen ganz eigenen Platz zum Schreiben.

Zufrieden betrachtete ich anschließend mein Werk und wollte auch gleich ausprobieren, wie es sich an meinem „neuen Arbeitsplatz“ schreiben ließ. Also nahm ich meinen Laptop, setze mich an den Schreibtisch, und legte los.
Und siehe da: Ohne Ablenkung, ohne störende Geräusche, konnte ich mich endlich völlig auf mein Buch konzentrieren und vollkommen in die Geschichte eintauchen.

Es ist eigentlich das logischste der Welt, dass man sich besser konzentrieren kann, wenn es um einen herum eher ruhig als unruhig ist, dennoch brauchte ich eine ganze Weile, um das zu erkennen.

Andere Autoren stellen sich gern einen Soundtrack zusammen, der zu ihrem aktuellen Projekt passt, und hören diesen während des Schreibens. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, aber ich weiß auch so, dass das für mich persönlich nichts ist. Wenn ich Musik höre, bin ich viel zu abgelenkt, muss mitsingen und habe evtl. auch das Bedürfnis aufzustehen und durch die Gegend zu tanzen.
Das wäre nicht gerade förderlich, was meine Geschichte angeht. ?

Für mich ist tatsächlich absolute Ruhe das beste Mittel, um schneller voranzukommen.

Ihr solltet also unbedingt einmal ausprobieren, wie gut ihr an unterschiedlichen Orten schreiben könnt.

Für mich schlechte Bedingungen zum Schreiben:

  • Cafés: viel zu laut, viel zu wuselig, quasselnde Menschen, klirrendes Geschirr
  • auf meiner Terrasse: es ist zwar toll, beim Schreiben draußen zu sein, aber entweder ist es zu hell oder zu dunkel auf dem Display, es ist zu warm oder zu kalt, die Haare wehen einem vor die Augen und/oder Tiere krabbeln an einem herum
  • im Park: siehe Kombination aus Punkt 1 und 2 ?
  • TV: wenn nebenbei der Fernseher läuft, geht bei mir gar nichts
  • Musik: lenkt mich zu sehr ab

Für mich gute Bedingungen zum Schreiben:

  • Schreibtisch: hier ist alles darauf ausgelegt, dass geschrieben wird. Ich kann mich völlig darauf konzentrieren und werde von nichts abgelenkt (wenn mein Kater nicht gerade wieder über den Laptop latscht)
  • Sofa: ich schreibe noch immer gern auf dem Sofa, aber nur, wenn währenddessen der Fernseher aus ist
  • Im Bett: manchmal sitze ich auch gern im Bett, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, und schreibe dort an meinem Buch

Schreiben mit Katze

 

Nun hatte ich also den richtigen Platz zum Schreiben für mich gefunden – einen Schreibtisch. Nicht gerade originell, aber nicht umsonst ein altbewährter Platz zum Arbeiten ?
Also setzte ich mich ran und schrieb, und schrieb, und schrieb – bis ich auf einmal an dem zweifelte, was ich da gerade tat. In meinem nächsten Beitrag geht es um die Selbstzweifel, die sicher so gut wie jeden Autor hin und wieder überkommen, und darum, dass man an dem festhalten sollte, woran man glaubt.

 

Wie ist es bei euch? Wo schreibt ihr? Wann könnt ihr euch am besten konzentrieren und was lenkt euch ab? Hört ihr Musik, wenn ihr dabei seid, euer Buch zu schreiben?

Blogpost Ende und bis bald! ✌

 

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8 comments

  1. Hiya!

    Mit laufendem Fernseher, oder ähnlich ablenkenden Kulissen kann ich auch nicht schreiben. Im Café oder Park geht allerdings schon. Liegt wohl daran, das absolute Ruhe nix für mich ist. Ich konnte das noch nie so wirklich gut abhaben.

    Ich habe herausgefunden, dass ich mit Instrumental-Musik am besten klar komme. Songtexte lenken in den meisten Fällen ab, zu lebhafte Musik auch. Ich hab ein paar Soundtracks von Filmen, die für mich richtig gut „wirken“. Je nachdem, was ich schreibe hab ich die dann „auf den Ohren“. Herr der Ringe zum Beispiel hilft unheimlich ein gutes Tempo in die Geschichte zu bringen. Aber meine Lieblings-Hintergrund-Beschallung ist der Ender’s Game Soundtrack.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, weiter so!
    Grüße,
    JMcH

    • Jill Noll says:

      Hi Jessica,

      vielleicht sollte ich es doch auch mal mit Soundtracks versuchen. Der HDR Soundtrack ist sowieso genial! Aber man muss dann schon noch den passenden Song zu einer Szene finden. Ich versuch es einfach mal! ?

      Aber Cafés sind definitiv nichts für mich. Dafür beobachte ich viel zu gern ?

      Liebe Grüße!

  2. Huhu, Jill!
    Interessant, dass du absolute Stille brauchst. Bei der kann ich nämlich gar nicht arbeiten.
    Auf dem Sofa im Wohnzimmer arbeite ich allerdings auch ungern, weil dabei der schwere, warme Laptop auf meinen Knien liegt und das stört. Ich kann nicht zappeln oder mich vernünftig strecken.
    Daher bevorzuge ich den Schreibtisch im Kinderzimmer.
    Aber es ist mir wichtig, meine Familie herumwuseln zu hören. Wenn meine Schwester zwei Meter weiter zockt und dabei skypt oder Mama und Oma was streamen und mit mir reden.
    Allein zu sein beim Schreiben? Nicht meins. Dann werde ich unruhig und mache Unsinn, statt zu schreiben.

    • Jill Noll says:

      Hallo Evanesca,

      das ist ja spannend. Von einem Autoren, der gern so ein richtiges Gewusel zu Hause um sich hat, habe ich noch nie gehört ? Ich kann mich oft nicht einmal konzentrieren, wenn ich zwei Zimmer weiter die Geräusche vom Zocken höre ?
      Dafür, dass es beim Schreiben mit dem Lappi auf dem Schoß so warm wird, gibt es eine gute Lösung. Nämlich diese Kissentabletts. Die sind ursprünglich zum essen im Bett gedacht, aber die eignen sich auch hervoragend, um den Laptop auf dem Schoß liegen zu haben. Aber Zappeln geht damit trotzdem nicht ?

      • Hallo!

        Echt nicht? Wobei, fast alle Autoren, die ich kenne, schwören auch eher auf Stille oder höchstens Instrumentalmusik.
        Während ich… naja, wenn ich Musik höre, ist das eine bunte Mischung aus Metal, klassischer Musik und russischem Rock aus den 80ern/90ern. Plus StarWars-Soundtrack.
        So ein Kissentablett sollte ich mir wirklich mal anlachen. Dann könnte ich auch im Wohnzimmer schreiben! Danke für den Tipp! 😀

        • Jill Noll says:

          Ich würde ja eigentlich liebend gern Musik beim Schreiben hören. Aber bei mir funktioniert das einfach nicht wirklich.
          Die Kissen gibt es mittlerweile auch immer mal bei Aldi / Penny / Lidl ?

  3. Natürlich habe ich gewisse Lieblingsplätze (alles zum Sitzen und Liegen in meinen eigenen vier Wänden), aber ich habe für mich festgestellt, dass das Hängen an zuviele Bedingungen mich nur beim Schreiben aufhält. Mag aber auch daran liegen, dass ich jeden Tag, also Mo-So immer irgendwie unterwegs bin. Wenn ich da immer auf meine vier Wände warten würde, müsste ich mitten in der Nacht schreiben und trotzdem dann 14 Stunden am Tag Höchstleistungen erreichen – unmöglich.

    Meine Schreibbedingungen sind daher nicht länger an einen Platz gebunden, sondern an die Kombination irgendwo sitzen, Musik auf den Kopfhörern und Laptop mit dem Manuskript dabei (der reist ohnehin immer mit) 🙂

    • Jill Noll says:

      Hey Steffi,

      es kommt drauf an! Manchmal klappt es bei mir auch ganz gut, außerhalb der gewohnten Umgebung zu schreiben. Ich bin gerade ein Thailand unterwegs und habe hier in zwei Wochen beinahe 35k Wörter einer neuen Geschichte geschrieben. Dabei saß ich auf dem Dach eines Bootes, in einem Minimum, der jedes Schlagloch mitgenommen hat, oder sogar hinten als Beifahrer auf einem Roller ?
      Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich versuchen, morgens und abends in der Bahn zu schreiben. Ich denke, das wird auch funktionieren ?
      Aber zu Hause brauch ich dann doch noch immer richtig Ruhe *zuckt mit den Schultern*

      Liebe Grüße

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