Verfallene Lagerhalle mit Kanal
Jill Noll Autorin: #13 Ein neuer Traum - ein neues Buch? (Bild-Quelle: agent_urbex (Instagram))

#13 Ein neuer Traum – ein neues Buch?

In meinem letzten Beitrag ging es um die Frage, ob man vom Schreiben leben kann. Die Antwort darauf war „ja, theoretisch ist es möglich“. Nachdem ich das erkannt hatte, setzte ich mir das Ziel, irgendwann einmal selbst vom Schreiben leben zu können. Doch kaum hatte ich mir dieses Ziel gesetzt, drohte auch schon etwas, mich von meinem neuen Weg abzubringen. Was das war, und wie ich damit umgegangen bin, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

 

Nun hatte ich also die fixe Idee, später einmal (also so schnell wie möglich ?) vom Schreiben leben zu wollen. Also arbeitete ich noch intensiver als zuvor an meinem ersten Roman.

Doch beinahe hätte mich ausgerechnet ein Traum um Monate zurückgeworfen, was wirklich die reinste Farce gewesen wäre, wenn man bedenkt, dass ich aufgrund eines Traums überhaupt wieder mit den Schreiben angefangen hatte. (Wie das genau war, könnt ihr hier nachlesen.)

Als ich bereits mehr als die Hälfte meines Romans zu „Papier“ gebracht hatte, weckte der Start der TV-Serie Gotham mein Interesse. Ich war tatsächlich so begeistert von der Serie, dass ich mich jeden Mittwoch aufs Sofa setzte und meiner neuen Sucht frönte. Natürlich ging mir schon durch das Schauen der Serie wertvolle Schreibzeit verloren. Doch zum einen sollte man sich auch als aufstrebender Autor manchmal Zeit für andere Dinge nehmen, und zum anderen ist das auf-dem-Sofa-sitzen-und-Gotham-schauen nicht das, was mich fast dazu gebracht hätte, mein Buch „Zwischenwelt“ auf Eis zu legen. Es war der Hauptdarsteller Benjamin McKenzie, der sich eines Nachts heimlich in meine Träume schlich. ?

 

TIPP: Nehmt euch auch mal Zeit für andere Dinge, um eure Freunde nicht zu vernachlässigen und um den Kopf frei zu bekommen.

 

Aber nein, es war nicht so ein Traum, wie ihr jetzt vielleicht denkt. ?
Ben McKenzie übernahm einfach nur die Hauptrolle in einem Traum, der mich in dieser Nacht überkam und mich anschließend nicht mehr losließ. Dämonen, eine verrottende Welt, Sklavenschaft, eine Frau … viel mehr möchte ich nicht verraten, da aus diesem Traum auch irgendwann ein Buch entstehen wird ?
Das Bild zu diesem Beitrag zeigt allerdings schon ganz gut, wie die Atmosphäre dieses Traums beschaffen war (das Bild hat übrigens agent_urbex, ein guter Freund von mir gemacht).

Doch der Traum machte mir arge Probleme, brachte mich zum Straucheln und beinahe hätte ich mit einem neuen Projekt begonnen, ohne mein aktuelles Projekt zu Ende zu bringen.
Kennt ihr diese Träume, nach denen ihr aufwacht und voller Emotionen seid? Emotionen, die man nicht mehr abschütteln kann? Bei mir dauerte es ganze vier Tage, bis mich dieser Traum endlich wieder einigermaßen losgelassen hatte.

Aber was war denn nun mein Problem? Ganz einfach: Der Traum war eine fantastische Vorlage für ein neues Buch und hatte mir bereits die ersten vier Kapitel vollständig vor die Füße gerotzt. Da ich außerdem, durch die Emotionen, für die Geschichte nur so brannte, war ich sofort Feuer und Flamme und wollte unbedingt anfangen, sie zu „Papier“ zu bringen.

Doch ich zögerte. Ich zögerte, weil ich bereits ein Projekt hatte, das mir ebenfalls sehr am Herzen lag und schon gut zur Hälfte fertig gestellt war. Ich war hin und her gerissen. Sollte ich tatsächlich meinen geplanten Debut-Roman in die Ecke schmeißen und etwas Neues anfangen? Sollte ich tatsächlich meine erste Veröffentlichung um Monate zurückwerfen? Aber wäre es nicht Verschwendung, die Emotionen, die mich durchfluteten, nicht zu nutzen?
Die neue Geschichte hatte mich unglaublich in ihren Bann gerissen und ich wusste nicht, wie ich mich entscheiden sollte.

Doch dann atmete ich einmal tief durch und versuchte mich zu sammeln. Ich machte mir klar, dass ich mein Projekt „Zwischenwelt“ dadurch auf unbestimmte Zeit auf Eis legen müsste, obwohl ich bereits so viel geschafft hatte. Alles hätte sich hinausgezögert – die erste Veröffentlichung und somit auch die Grundsteinlegung für mein heiß ersehntes Autoren-Dasein.

Es viel mir wirklich schwer, nicht mit dem „Dämonen-Projekt“ anzufangen, doch ich vertraute meinem Gefühl, notierte mir alles, was mir dieser Traum bis dahin mitgebracht hatte und legte stattdessen das neue Projekt zur Seite.

Ich bin mir sicher, dass ich genau die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich höre zwar immer wieder von Autoren, die an mehreren Projekten gleichzeitig arbeiten, doch zu einem Ende kommt ihr definitiv schneller, wenn ihr euch nur auf ein Projekt zurzeit fokussiert, und zwar bis es abgeschlossen ist. Ich persönlich kann so auch viel besser in die Welt, die Geschichte und in die Charaktere eintauchen.

 

TIPP: Konzentriert euch auf ein Projekt zurzeit, um effektiver zu arbeiten.

 

Da ich mich nun wieder meinem eigentlichen Projekt „Zwischenwelt“ widmete und so langsam auf das Finale des ersten Bands zusteuerte, musste ich mir langsam Gedanken darüber machen, welchen Dienst ich für den Verkauf meines Buchs nutzen wollte. Hier kamen für mich vor allem Amazon und Neobooks in Frage. In meinem nächsten Beitrag möchte ich euch die Vor- und Nachteile dieser beiden Dienste aufzeigen.

 

Wie ist es bei euch? Schreibt ihr an mehreren Projekten gleichzeitig? Hält euch das Wechseln zwischen den Geschichten eher auf, oder findet ihr es gerade toll mal in die eine und mal in die andere Welt eintauchen zu können?

Blogpost Ende und bis bald! ✌

 

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7 comments

  1. Jessica McHeidy says:

    Hi!

    Also ich kenne das gut. Das Ablenkenlassen und die Ideen-Flut für neue Bücher. ?

    Tatsächlich habe ich ein Notizbuch für solche Fälle. Szenen, Plots, Namen, … was auch immer meine Phantasie anregt oder hervorbringt wird erstmal notiert. Ich habe da sogar eine gewisse (ich geb’s ja zu kreative ?) Ordnung drin…

    Ich gehe aber grundsätzlich so vor wie du. Erst mal mein Debüt fertig stellen. Wenn das Buch ‚fertig‘ ist und in die Mühlen einer Veröffentlichung gebracht ist: Dann widme ich mich dem nächsten Projekt.

    Ob ich irgendwann an einen Punkt komme, zu planen für Buch K während ich noch Buch J oder gar I schreibe? Mal schauen…
    ?
    Liebe Grüße, Jessica McHeidy

    • Jill Noll says:

      Hi Jessica,

      die Notizbücher der Autoren sind echt Gold wert 🙂 Jeder Autor sollte mindestens einen haben 🙂

      Gerade jetzt habe ich mit einer neuen Geschichte angefangen, die mir erst vor wenigen Tagen in den Sinn kam. Genauer gesagt an Heiligabend – quasi als Weihnachtsgeschenk 😉
      Und da habe ich jetzt in 1,5 Tagen ganze 15k Wörter runter geschrieben.
      Aber das finde ich legitim, weil mein Debutroman gerade bei meinen Testlesern unterwegs ist. Allerdings wollte ich eigentlich an der Fortsetzung schreiben und nicht an etwas ganz Neuem 😀

      Es kommt eben doch immer alles anders als man denkt und plant 🙂

      Liebe Grüße
      Jill

  2. Rike says:

    Haufenweise Ideen zu unterschiedlichen Romanen oder sogar (Sub)Genres. Das kenne ich zu gut, bin ja selbst davon betroffen. Ich musste mich auch entscheiden, ob ich meinen 2.Band der Kataria Romanreihe erst fertig schreibe oder ob ich zwischendrin bereits an den Vorlagen zu den Ideen meiner Steamfantasywelt arbeite und anfange diese aufzuschreiben.

    Aber … 2 Großprojekte gleichzeitig, die das nun einmal sind, waren für mich bisher nicht zu bewältigen, da die Basis fehlte. Also habe auch ich seit Monaten nichts anderes getan, als Notizen zu den Serienteilen (Ja, es wird eine Serie, keine Romanreihe) angefertigt, ab und zu mit einem Bekannten der sich heiß dafür interessiert über das neue Projekt gefachsimpelt. So kamen hin und wieder brauchbare Details bei herum, die ich nun in der Zeit um Weihnachten mal anständig zu Papier gebracht habe, sprich ich habe die Basis, den Hintegrund dieser Steamfantasy niedergeschrieben.

    Jetzt wo Band 2 als Rohtext vorliegt, kommt die Korrekturphase und das Gegenlesen meiner Testleser. Und ab genau dieser Phase finde ich partiell Zeit so langsam in das andere Genre überzusiedeln, obwohl die Kataria-Romanreihe noch nicht am Ende ist. Sobald das zweite Projekt auf festen Füßen steht, werde ich beginnen dual zu arbeiten, was vielleicht sogar gut funktionieren kann, da das eine Projekt eine Serie ist und damit nicht einen so großen Umfang pro Veröffentlichung beinhaltet, wie ein Großroman von Kataria. Ob es klappt wird sich zeigen, aber das wäre für mich ein persönlich gestecktes Ziel.

    Die große Frage die ich mir stelle ist eher, ob ich selbst irgendwann davon leben kann. Das wünscht sich jeder Autor, aber nicht jedem wird der Wunsch erfüllt. Noch bin ich Lichtjahre davon entfernt. Aber mal schauen … solange es Spaß macht werde ich auch weiter schreiben. Daher wünsche ich dir viel Erfolg, dass du deinen Wunsch realisieren kannst.

    mfg R.Moor

    • Jill Noll says:

      Uh, an eine Steamfantasy Welt, werde ich auch irgendwann noch arbeiten. Aber das ist das mit Abstand größte Projekt, dass mir vorschwebt und die Umsetzung wird sicher noch einige Jahre dauern.

      Jemanden zu haben, mit dem man Brainstormen kann, ist echt unersetzlich. Einfach nur über die Ideen reden, hilft schon ungemein!

      Genau, man hat ja während eines laufenden Projektes zwei Zeitpunkte, zu denen man sich gut einem anderen Projekt widmen kann.
      1. Wenn die Rohfassung fertig ist, und man erst einmal Abstand zum Text gewinnen will und
      2. Wenn die überarbeitete Version bei den Testlesern ist

      Vielen Dank! Ich drücke dir ebenfalls ganz fest die Daumen! ?

      Liebe Grüße
      Jill

  3. Bastian says:

    In den letzten Jahren habe ich es mir abgewöhnt, auf spontane Ideen reflexartig zu reagieren. In meinem Wiki werden die Ideen gesammelt und verfeinert. Erst wenn alle wichtigen Dinge passen, beginne ich erst mit dem Schreiben, egal ob ich noch ein Projekt am laufen habe oder nicht.

    Meistens warte ich, bis mich die Idee wieder einholt. Bis ich den Drang habe, es tun zu müssen. Bis dahin steht schon das drumherum und ich kann richtig loslegen. Wenn eine Idee länger liegen lässt, hat das entweder die Folge, dass sie besser wird (höhere Kreativdichte, weil man lange weitere Ideen dazu sammelt) oder man sie verwirft, weil sie einen selbst nicht mehr begeistert.

    • Jill Noll says:

      Ja, vielleicht ist das auch genau die richtige Herangehensweise. Dann, wenn die Geschichte einen förmlich drängt, geschrieben zu werden, wird sie vielleicht am besten!
      Andererseits will man die Leser, wenn man eine mehrteilige Reihe schreibt, ja auch nicht so lange auf den nächsten Band warten lassen.
      Schwierige Entscheidung!

      Aber wir schaukeln das schon! 😉
      Liebe Grüße!

  4. Oh, ich kenne das Problem nur zu gut und es erleichtert mich, zu hören, dass ich damit nicht alleine bin. Wie oft bin ich schon von einer Idee zur nächsten gesprungen, ohne wirklich eine Geschichte zu Ende zu bringen. Davon könnte ich ein Lied singen …

    Ich habe zwar auch schon an mehreren Projekten gleichzeitig gearbeitet, aber grundsätzlich ist es wohl besser, wenn man sich auf eines konzentriert. Neue Ideen erst mal im Notizbuch aufschreiben und reifen lassen. Wenn man dann das eine zu Ende gebracht hat, kann man sich dem Neuen widmen.

    Allerdings ist mir auch schon passiert, dass mir die Lust an einem Projekt gänzlich verloren gegangen ist. Da bringt es dann natürlich auch nichts, wenn man sich dazu zwingt, es weiterzuschreiben – ist zumindest meine Meinung. Denn irgendwo soll das Schreiben ja auch noch Spaß machen.

    Liebste Grüße
    Myna

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