Soll ein Autor ein Pseudonym verwenden?
Jill Noll Autorin: #11 Pseudonym - ja oder nein? (Bild-Quelle: Pixabay)

#11 Pseudonym – ja oder nein?

In meinem letzten Beitrag habe ich euch erzählt, wie ihr euer Buch schon lange vor der Veröffentlichung vermarkten könnt, und dass ich vor einem Problem stand, als ich mit der Vermarktung von meinem Urban-Fantasy Roman beginnen wollte. Denn um mein Buch zu vermarkten, musste ich mir erstmal überlegen, unter welchem Namen ich eigentlich veröffentlichen wollte. In diesem Beitrag dreht sich daher alles um die Frage: „Pseudonym – ja oder nein?“

 

Nun war ich also kurz davor mir eine Facebook-Seite, einen Instragram– und einen Twitter-Account zu erstellen. Doch als ich loslegen wollte, fiel mir auf, dass ich gar nicht wusste, unter welchem Namen ich eigentlich mein Buch veröffentlichen wollte.

Meine erste Intention war „Natürlich nicht unter meinem richtigen Namen. Das macht doch keiner so. Außerdem kann ich mir einen richtig tollen Namen ausdenken.“

Also machte ich mir Gedanken, wie denn der Name lauten sollte, der auf meinem Buch stehen würde – und unter welchem Namen somit auch meine Social-Media Accounts laufen müssten.
Mir kamen relativ schnell einige Ideen, die ich jedoch alle nicht sooooo unfassbar großartig fand. Aber die Zeit drängte, denn ich wollte ja schnellstmöglich mit der Vermarktung meines Buchs anfangen.

Ich überlegte und überlegte, doch mir wollte partout kein vernünftiger Name einfallen, mit dem ich auch wirklich zufrieden gewesen wäre. Also grübelte ich weiter, aber das Richtige war einfach nicht dabei.

Zusätzlich stellte ich Folgendes fest: der Name, den ihr als Pseudonym verwenden möchtet, sollte möglichst noch nicht existieren. Weder als Pseudonym noch als realer Name irgendeines Erdenbewohners. Das macht natürlich Sinn, aber es macht die ganze Sache noch um einiges schwieriger.
Vermutlich ist dies auch der Grund für die ganzen S-Punkts, J-Punkts, K-Punkts oder R-Punkts die unter den Autoren kursieren. ?

 

TIPP: Der Name, den ihr als Pseudonym verwendet, sollte noch nicht existieren!

 

Außerdem muss jedes Buch über ein Impressum verfügen. Dieses Impressum MUSS euren richtigen Namen und auch eure Adresse enthalten (auf Ausnahmen gehe ich weiter unten im Text noch ein). Verlagsautoren haben es hier einfacher, da in ihren Büchern die Daten des Verlags im Impressum eingetragen werden. Aber auch eure Autoren-Website, ja sogar eure Facebook-Seite, benötigt ein Impressum mit eben diesen persönlichen Daten.

Dennoch könnt ihr auch als Self-Publisher euer Pseudonym im Impressum einsetzen, solange ihr eine ladungsfähige Adresse angebt (mehr Infos dazu, bekommt ihr hier).
Ein Beispiel hierfür ist der Papyrus-Autoren Club. Besitzer des Schreibprogramms Papyrus Autor können diesen Service kostenlos in Anspruch nehmen und die Daten vom Papyrus-Autoren Club im Impressum verwenden (das sieht dann so aus). Da die Post dann sowieso an den Club geht, ist der Name, den ihr als euren eigenen angebt, nicht mehr so wichtig. Die Post kommt auf jeden Fall bei Papyrus an und die bieten dann wiederum verschiedene Möglichkeiten, um sie dem Autoren zuzustellen. Ein echt toller Service ?

 

TIPP: Pseudonym und Impressum sind vereinbar, solange ihr eine ladungsfähige Adresse angibt!

 

Warum eigentlich ein Pseudonym?

  • Ein Pseudonym kann sehr nützlich sein, wenn z.B. eure Kollegen, Kunden, Nachbarn oder Freunde nicht erfahren sollen, dass ihr ein Buch geschrieben habt (Beispiel: Ein hoch angesehener Anwalt, der Hardcore-Erotik schreibt, oder die Tagesmutter, die blutrünstige Horrorstories erschafft).
  • Oder aber ihr wollt Bücher in verschiedenen Genres veröffentlichen und für die unterschiedlichen Genres jeweils ein anderes Pseudonym verwenden. Zum einen könnt ihr so den Autoren-Namen dem Genre anpassen, zum anderen führt ihr so die Leser nicht mit eurem Pseudonym auf die falsche Fährte (Beispiel: Kinderbuch vs. Thriller).
  • Außerdem könnt ihr euch mit einem Pseudonym besser vor den Horden an Fans verstecken, die auf euch warten, sobald euer Werk zum Bestseller & Blockbuster geworden ist ?

 

TIPP: Benutzt ein Pseudonym, wenn ihr nicht wollt, dass euer Umfeld erfährt, worüber ihr schreibt.

 

Aber
Sich hinter seinem Pseudonym gänzlich zu verstecken, ist schwierig. Vor allem, wenn ihr ein eigenes Foto auf euren Social-Media Profilen verwendet, Lesungen abhaltet oder irgendwann mal ein Interview für die Regionalzeitung gebt. Sich wirklich hinter seinem Pseudonym zu verstecken, ist unglaublich schwer und kaum umsetzbar – zumindest dann, wenn man auch mal aus seinem Schreibkämmerchen heraus kommen möchte.

 

Wie ich mich entschieden habe
Da man auch mit Pseudonym, nicht wirklich unerkannt bleiben kann, habe ich mich letztendlich dagegen entschieden. Also ja: Jill Noll ist tatsächlich mein richtiger Name. Auch wenn er irgendwie Künstlernamenmäßig klingt. ? Genau das ist übrigens ein weiterer Grund, weshalb ich kein Pseudonym verwende – da habe ich nun schon so einen merkwürdigen Namen, dann muss ich ihn auch benutzen ?

Ich hatte mich also entschieden. Ich würde unter meinem echten Namen veröffentlichen.
Den eigenen Namen darf man übrigens auch dann verwenden, wenn es irgendwo anders auf der Welt noch einen weiteren Menschen mit dem selben Namen gibt – immerhin ist es der eigene Name.

Meine Adresse wollte ich dennoch ungern der ganzen Welt preisgeben. Da ich aber bereits glücklicher Besitzer von Papyrus Autor war, nutzte ich einfach den tollen Impressums-Service des Papyrus-Autoren-Clubs, der mir meine zukünftigen Massen an Fanpost weiterleiten wird ?

 

Welchen Namen ich verwenden wollte, und wie mein Impressum aussehen würde, hatte sich nun also geklärt. Und je länger ich mich nicht nur mit dem Schreiben, sondern auch dem ganzen Drumherum wie Marketing etc. beschäftigte, umso mehr merkte ich, dass ich aus dem Hobby Schreiben, am liebsten meinen Beruf machen würde.
Ob das überhaupt möglich ist, erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag.

 

Habt ihr euch für ein Pseudonym entschieden, oder möchtet ihr eines Verwenden? Was waren eure Gründe dafür oder dagegen?

 

Blogpost Ende und bis bald! ✌

 

 

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9 comments

  1. Rike says:

    Hallo Jill,
    ich habe eine ganz konkrete Frage zu deinem Blog und zwar …

    „Wo steht, dass das gewählte Pseudonym nicht bereits als Realname irgendwo auf der Welt vergeben sein darf?“

    Ich frage, weil mir das nicht einleuchtet und ich das so auch noch nicht kenne. Es gibt so viele Schmidts, Meiers usw., dass wenn einer von denen mit Vornamen ein Buch veröffentlicht, gleich alle Namensvettern unter Generalverdacht stellt, das Buch geschrieben zu haben, solange nicht auch ein Foto vom tatsächlchen Autor bekannt ist. Gehe ich mit gleichnamigen Pseudonym hin, wäre der Effekt derselbe. Mit gültigem Impressum wäre die Sache wiederum bereinigt.

    Im Prinzip kann man doch davon ausgehen, dass beinahe jeder Name in jeder Kombination irgendwann schon einmal existiert hat und auch zukünftig existieren könnte. Gemäß dem Fall man wählt sich ein Pseudonym was noch nicht als Realname vergeben ist, hat man ja Glück. Doch was ist wenn in 10 Jahren jemand auftaucht und sagt „Hey, hier bin ich, das ist mein Name dort auf dem Buch!“ Du verstehst worauf ich hinaus will?

    Wie gesagt, mich würde die Quelle dafür mal brennend interessieren.

    mfg R.Moor

    P.S.: Das R. schreibe ich nur weil ich die Abkürzung liebe. *zwinker*

    • Jill Noll says:

      Hallo liebe Rike!

      Jap, ich verstehe, worauf du hinaus willst 😉

      Es ist in dem Sinne nicht verboten, einen real existierenden Namen zu verwenden, aber es ist dringend davon abzuraten, da jeder bürgerliche Name dem Namensrecht unterliegt.
      Man sollte tunlichst vermeiden, dass es bei dem eigenen Pseudonym zu einer Verwechslung mit anderen Personen kommen könnte, da das zum einen für den Autor, aber auch für den, der den Namen wirklich trägt, problemantisch sein kann.
      Stell dir vor, jemand schreibt einen extrem ausländerfeindlichen Roman und dein realer Name steht auf diesem Schund (als Buch will ich es jetzt nicht bezeichnen). Das kann dich als reale Person schädigen, wenn Menschen aus deiner Umgebung tatsächlich glauben, du hättest dieses Buch geschrieben. Dann musst du erst einmal beweisen, dass du es tatsächlich nicht geschrieben hast.

      Hier mal ein paar Links, die dazu raten, bloß keine real existierenden Namen zu verwenden

      http://www.literaturjournal.de/2012/09/13/pseudonyme/

      http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__12.html

      http://www.buchveroeffentlichen.com/anonym-als-autor-unter-pseudonym-buch-veroffentlichen/

      Menschen, die erst noch geboren werden, und den Namen tragen könnten, sind natürlich auszuschließen. Da zählt sicher „wer zuerst kommt, malt zuerst“ 😉

      Liebe Grüße
      Jill
      🙂

      • Rike says:

        Ja, Verwechslungen können heftig werden. Ich denke dafür haben wir auch das Impressumsrecht in Deutschland. Ich verfluche es zeitweilig, weil auch ich unter einem Pseudonym schreibe, aber so wird von vornerein auch aufgelöst und eine Verwechslung kommt so nicht zustande.

        Aber ich stelle mir die Gesetzgebung für deinen verlinkten Paragraphen dennoch interessant vor, wenn es sich nicht um ein Pseudonym handelt, sondern um den realen Namen, der zudem noch gut benutzt wird von anderen Erdenbürgern. Den Namensvettern, denen das nicht gefällt, könnten klagen bis zum erbrechen, sofern die Basis stimmt, und bekämen sogar Recht. Ich möchte nicht wissen, wie oft sich dann der Autor umbenennen darf. *lach*

        Willkommen im Paragraphendschungel, in dem man sich nur mit einem sachkundigen Führer zurecht finden kann und selbst dann noch nicht vor bösen Überraschungen gefeit ist.

        In diesem Sinne, schönen Montagmorgen.

        mfg R.Moor

  2. Tinka says:

    Hey, ein toller Beitrag 🙂

    Ich sollte mich mit dem Impressum mal ranhalten. Das mit dem Papyrus-Club wusste ich schon, hatte aber so viel im Kopf, dass das wieder nach hinten gerutscht ist. Aber jetzt schreibe ich es mir mal auf, denn so ist das wirklich viel angenehmer, als die richtige Adresse im Blog und überall angeben zu müssen xD

    Liebe Grüße, Tinka 🙂

    • Jill Noll says:

      Hey Tinka 🙂

      Wenn du Papyrus eh schon benutzt, schreibe einfach mal ne Mail hin – am besten gleich morgen, denn manchmal brauchen sie etwas länger für die Antwort 😉

      Liebe Grüße
      Jill

  3. Toller Artikel, sehr interessant! Ich schreibe selbst auch unter Pseudonym, hauptsächlich deshalb, weil das Pseudonym besser zu meinen Genres passt als mein richtiger Name. Allerdings habe ich z.B. in der Schreibmeer-Anthologie unter meinem richtigen Namen veröffentlicht. Naja, zumindest fast 😀 Mein Spitzname plus richtiger Nachname. Ich wollte das so, weil ich darin in einem anderen Genre geschrieben habe. Da fand ich es passender, meinen richtigen Namen zu nehmen, zumal ich unter diesem Namen auch im Schreibmeer veröffentliche.

    Ich finde vor allem das mit der Impressumspflicht aber auch ein bisschen störend. Leider habe ich Papyrus nicht (ich bin Scrivener-Nutzer). Schade, dass bei uns in Deutschland nicht jeder ein Postfach machen lassen kann. Da hab ich mich auch schonmal informiert, das geht nur ab einer bestimmten Menge an täglicher Post und die überschreite ich garantiert nicht. Die Amerikaner haben es da leichter…

    Du hast übrigens echt einen tollen Namen. Da hätte ich auch kein Pseudnonym verwendet, wenn ich Jill Noll heißen würde 😀

    Liebe Grüße
    Myna

    • Jill Noll says:

      Hi Myna 🙂

      Ich find dein Pseudonym echt klasse – Kaltschnee bringt einen direkt in eine gewisse Stimmung 🙂

      Wenn ich später noch Bücher in einem anderen Genre verfassen sollte, werde ich mir vermutlich auch noch ein passendes Pseudonym aussuchen – das schöne ist ja, dass man so viele haben kann, wie man möchte 🙂

      Es gibt auch noch andere Möglichkeiten wie man die Pseudonym-Impressum-Postfach-Sache angehen kann. Da hat die gute Annika Bühnemann ein paar gute Links zusammen gesucht http://www.vomschreibenleben.de/was-du-ueber-pseudonyme-wissen-musst/

      Hihi, ja, ich war auch wie so ein kleines Kind: „Mein richtiger Name ist doch schon wie ein Pseudonym – ich will den jetzt verwenden“ 😀

      Liebe Grüße
      Jill

  4. Hallo Jill, ging mir am Anfang auch so. Meine Lektorin empfiehl mir einen englisch klingenden Künstlernahmen zu nehmen, passend zum Genre. Doch ich wollte auch mitnehmen, dass ich in meiner Gemeinde bekannt bin und davon profitieren. Also wurde es auch mein richtiger Name. Ich habe auch keinen Künstlernamen gefunden, der mir gefiel. Jill Noll klingt wirklich nach Künstlernamen 🙂
    Marah Woolf und Emily Bold sind übrigens beides Künstlernamen und bei beiden habe ich keine Ahnung wie sie wirklkich heißen. Glaube also, dass man einen Künstlernamen nehmen kann und sehr wohl verstecken kann, wer man ist. Doch gerade als Self-Publisher am Angang der Karriere bei dem auch vieles über Freunde, Familie und Kollegen läuft und über die pesönliche Empfehlung finde ich einen Künstlernamen schwierig. Mittlerweile habe ich geheiratet und privat sozusagen einen anderen Namen. Diese Möglichkeit gibt es auch noch 🙂

    • Jill Noll says:

      Hi Eva Maria,

      die Wahl des Pseudonyms ist wirklich nicht einfach. Jetzt stehe ich schon wieder vor der Frage, denn ich schreibe an einem neuen Projekt, dass zwar auch in Richtung Fantasy geht, aber aus einer anderen Perspektive geschrieben ist. Ich frage mich, ob es die Leser verwirrt, wenn ihnen auf einmal eine andere Perspektive des selben Autors begegnet.
      Ich habe auch gehört, dass man möglichst englisch klingende Pseudonyme nehmen soll. Zum Glück ist mein Name bereits aus der englischen Ecke ?
      Das mit dem heiraten hat mir erst den Namen verpasst. Aber wenn ich mal nun neuen Namen brauche, lässt sich da ja was machen ?
      Du hast auf jeden Fall recht. Gerade zu Beginn, kann man mit seinem echten Namen vor allem Freunde und Bekannte besser erreichen.

      Liebe Grüße
      Jill

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